Wednesday, November 23, 2011
- antiatom at 17:02 in Castor
Dieses Jahres rollt der 13. Atommülltransport aus dem französischen La Hague ins niedersächsische Wendland nach Gorleben.
Die Reaktorkatastrophe von Fukushima und die daraus resultierende neue Auseinandersetzung mit der Atomkraft im Allgemeinen haben zu einer weiteren Sensibilisierung der Menschen geführt. Die erhöhten Strahlenwerte am Zwischenlager Gorleben müssen eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem noch zu suchenden sicheren Endlagerstandort für Atommüll nach sich ziehen. Dennoch findet weiterhin ein Ausbau des Salzstocks in Gorleben und eine Zementierung Gorlebens als Endlagerstandort durch die geplante Einlagerung weiterer elf Castorbehälter im dortigen Zwischenlager statt.
Die Vorbereitungen auf die Proteste gegen den für das erste Adventswochenende geplanten Castortransport sind in vollem Gange.
Nachdem wir 2006, 2008 und 2010 mit einer tagesaktuellen Berichterstattung die Transporte und Proteste begleiteten, werden wir auch in diesem Jahr wieder mit unseren Kameras dabei sein. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Protest und die eigentliche Motivation der Demonstrierenden in den etablierten Medien oft ungenügend dargestellt werden. Neben einer alternativen Berichterstattung möchten wir mit der Anwesenheit unserer Kameras auch Schutz vor sonst undokumentierter willkürlicher Repression gegen Demonstrierende bieten.
Wir planen mit mindestens drei Kamerateams zu möglichst jedem Protestort an der gesamten Wegstrecke zu fahren. Allerdings ist dieses ehrenamtliche Engagement mit einem beträchtlichen logistischen und finanziellen Aufwand verbunden. Die entstehenden Kosten für Benzin, Mietwagen, Telefon oder Equipment können von uns leider nicht komplett privat getragen werden. Um dem Ziel der tagesaktuellen und möglichst umfassenden Berichterstattung nachgehen zu können, sind wir daher auch in diesem Jahr auf die finanzielle Unterstützung von Menschen angewiesen, die unsere Arbeit schätzen.
In unserem Solishop (www.graswurzel.tv/solishop) können DVDs mit Clips aus den vergangenen Jahren gegen Spende erworben werden. Die Einnahmen fließen zu 100 Prozent in die Arbeit von graswurzel.tv.
Filme anschauen: www.graswurzel.tv
Monday, November 21, 2011
- antiatom at 05:33 in Castor
BI Lüchow Dannenberg, 20.11.11
Früherer Castor-Abfahrtstermin in Frankreich – Viele unterschiedliche Transportabläufe denkbar – „Wir lassen uns nicht verrückt machen.“
Der Trägerkreis „Gorleben soll leben“ hält trotz Informationen, der Castor-Transport könne bereits am Mittwoch in Frankreich starten, daran fest, die geplante Großdemonstration am Samstag, den 26. November um 12.30 Uhr in Dannenberg zu veranstalten.
„Beim jetzt wahrscheinlichen Abfahrts-Zeitpunkt am Mittwoch sind die unterschiedlichsten Szenarien denkbar“, so Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. „Der Transport könnte theoretisch, käme er reibungslos durch, schon vor der Demonstration ankommen. Es spricht aber auch einiges dafür, dass es unterwegs längere Pausen gibt und der Zug erst nach der Demonstration nach Dannenberg rollt. Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet.“
Jochen Stay , Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Wir lassen uns nicht verrückt machen. Die Demonstration am kommenden Samstag wird so oder so ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung, dass der Weiterbau im Salzstock Gorleben auf breite gesellschaftliche Ablehnung stößt. Wir rufen alle Atomkraftgegner dazu auf, sich so früh wie möglich, aber spätestens zu einer kraftvollen Kundgebung am Samstag auf den Weg ins Wendland zu machen.“
Weitere Informationen auf
http://www.gorleben-castor.de
Presse-Kontakt für den Trägerkreis:
Wolfgang Ehmke, Pressesprecher BI Lüchow-Dannenberg, 0170-5105606
Jochen Stay, Sprecher .ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie, 0170-9358759
Weitere Pressekontakte:
https://www.gorleben-castor.de/index.php?cont=8
Organisiert wird die Großdemonstration von einem Bündnis aus Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, der Bäuerlichen Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg, der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, dem Kampagnennetzwerk Campact, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Robin Wood, dem Informationsnetzwerk contrAtom, der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und dem DGB Region Nordost-Niedersachsen.
Friday, November 18, 2011
- antiatom at 14:05 in Castor
Der CASTOR soll am ersten Adventswochenende in Gorleben eintreffen. Auch in diesem Jahr werden sich wieder Menschen der FAU an unterschiedlichen Widerstandsaktionen gegen den letzten CASTOR-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland beteiligen.
Dabei ist es noch immer unverantwortlich, den gefährlichen atomaren Abfall quer durch die Bundesrepublik ins Zwischenlager Gorleben zu kutschieren. Denn mit jedem weiteren Castor wird der Standort Gorleben auch als Endlager zementiert. Eine ergebnisoffene Endlagersuche – wie von den Herrschenden suggeriert – wird damit weiter unmöglich gemacht.
Ein über mehrere Millionen Jahre sicheres Endlager ist so oder so nicht möglich. Haften werden immer nachfolgende Generationen, sie tragen das Risiko und die finanziellen Folgekosten – die Asse lässt grüßen.
Statt Gorleben anzusteuern und den Weg dorthin mit Hundertschaften von „Sicherheitskräften“ gegen widerständige Menschen freizuprügeln, gehört der Transport abgesagt. Eine Zwischenlagerung, egal wo, birgt für die dort lebenden Menschen nur gesundheitliche Risiken. Zumal der Castorzug regelmäßig durch Wohngebiete fährt, so auch jedes Jahr durch das Stadtgebiet von Hannover.
Solange die Endlagerfrage ungeklärt ist, darf es keine weiteren Transporte geben!
Trotz der Abschaltung von acht Kernkraftwerken auf Grund der vermeintlichen Energiewende der Bundesregierung werden mit den restlichen Kraftwerken weiter Gewinne für die großen Energiekonzerne erzielt. Diesen kapitalistischen Normalzustand werden wir genauso wenig hinnehmen, wie den diesjährigen Castortransport selbst.
Wir als FAU Hannover werden dem nicht tatenlos zusehen, sondern uns in den Widerstand gegen den Castor, für eine echte Energiewende und für mehr Klimagerechtigkeit einbringen!
FAU Hannover, 16.11.11
Weitere Infos und Aktionen
Seit Jahren manifestiert sich der Widerstand gegen Atomkraft bei den CASTOR-Transporten. In diesem Jahr werden zum letzten Mal CASTORen aus Frankreich erwartet - dann bleibt “nur noch” der Müll in Sellafield.
Ein Kommentar zum letztjährigen Transport ist daher noch aktuell, genauso wie der Aufruf, wie zu den Demonstrationen Anfang des Jahres.
Informationen gibt es zu allen Aktionen gegen Atomkraft bei Contratom.
…und natürlich müssen wir nicht nur gegen Atomkraft aktiv werden, wie das Beispiel der GenossInnen aus Hessen zeigt.
Was die FAU-Hannover zur Energiewende denkt ist im aktuellen Positionspapier zusammengefasst.
Friday, September 9, 2011
- antiatom at 17:04 in Castor
Castoren sollen Ende November rollen
BI Umweltschutz: “Niedersachsen Büttel der Atomindustrie”
Ungeachtet der Debatte um die erhöhte Strahlenbelastung im atomaren
Zwischenlager Gorleben bereitet sich die Polizei auf den nächsten
Castor-Transport im November 2011 vor. Der Termin für die 13.
Atommüllfuhre aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage Cap de La
Hague nach Gorleben steht inzwischen fest. Die Recherche der
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) ergab, dass die
Polizei ihren Großeinsatz für den 25.-28. November terminiert.”Das wird
dem ersten Advent einen neuen Gehalt geben: Ankunft des Castors”, meint
BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Die Landesregierung mache sich mit dieser getroffenen Terminierung
völlig unglaubwürdig, kritisiert die BI. Bis Ende September muss die
Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) ihre Annahmebereitschaft
mitteilen. “Ungeachtet einer ausstehenden erneuten Prüfung der
Strahlenwerte durch das Niedersächsische Umweltministerium setzt das
Innenministerium die Linie durch, dass der Transport wie geplant
stattfindet, Niedersachsen macht sich zum Büttel der Atomindustrie und
ihrer Entsorgungsnöte, wozu gibt es eigentlich Grenzwerte, wenn die
keine Rolle spielen,” fragt die BI.
“Mit diesem Manöver tragen GNS und die Landesregierung zu einem
Mobilisierungsschub bei, wir werden das Atommülldilemma in den Fokus
der politischen Auseinandersetzung rücken”, sagte Ehmke.
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Thursday, May 26, 2011
- antiatom at 08:14 in AKW, Atommafia
Aufruf zu Anti-Atom-Protesten aus antikapitalistischer, antinationaler und herrschaftskritischer Perspektive für die Großdemo in Münster am 28.05.2011
Antikapitalistischer Aufruf zur Anti-Atom-Demo am 28.05.2011 in Münster
Der Kuchen schmeckt scheiße doch die scheiß Bäckerei backt weiter…
In diesen Zeiten lassen sich überall wieder viele Menschen mit Fahnen sehen, auf denen eine rote Sonne mehr oder minder entschlossen sich gegen die Energiegewinnung mit Hilfe der Kernspaltung stellt. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat die Anti-Atom-Bewegung in den letzten Wochen mehr oder minder wieder wachgerüttelt und aufgezeigt, dass diese Form der Energiegewinnung nicht nur Risikotechnologie ist, sondern auch ein krasses Beispiel ist, wie sehr in dieser marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft die Gewinnung einer „Ware Energie“ und die damit verbundenen Interessen der Profitgewinnung ein weiteres mal über Menschenleben gestellt werden. Daher ist eine Kritik der allgemeinen Verhältnisse im Zusammenhang mit Anti-Atom-Protesten mehr als notwendig und sollte selbstredend auch nicht bei einem verkürzten Ruf nach einem „erneuerbaren Deutschland“ oder einer „grünen Marktwirtschaft“ und damit bei einem „Kratzen an den Oberflächen“ der Probleme stecken bleiben. Atomenergiegewinnung und ihre menschenfeindliche Verachtung des Wohlergehens und des Lebens von Menschen und Tieren zeigt ein weiteres Male den „Warenfetisch“ dieser Gesellschaftsstruktur, wie sie nahezu weltweit anzutreffen ist, auf, denn für die Gewinnung einer Ware werden Verstrahlung, Krankheit, Umweltverschmutzung und vor allem Risiko einer großflächigen Verseuchung im Falle eines Unfalls in Kauf genommen. Und als ob Tschernobyl und Fukushima nicht genug sind: Immer wieder werden Pläne öffentlich, nach denen neue AKWs gebaut werden sollen.
Moratorien, Regierungen, Staaten = Scheiße
Und in diesen Tagen hört mensch es immer wieder: Debatten über einen vermeintlichen „Ausstieg“ aus der Atomenergiegewinnung, dies durchaus nicht nur in Deutschland. Aber auf der anderen Seite zeigt dieser Umstand nur wieder ein altbekanntes Problem auf, nämlich das Problem der Regierung selbst. Der Staat gibt nämlich vor, „über einen Ausstieg nachzudenken“ aber auf der anderen Seite soll dieser beispielsweise erst in vielen, vielen Jahren und „schrittweise“ verlaufen. Viele Menschen denken in dieser Hinsicht anders, dies zeigen, bei aller Kritik an der „bürgerlichen Anti-AKW-Bewegung“ die vielen Proteste im Moment auf. Doch der Staat auf der anderen Seite überlegt sich, ob er überhaupt abschalten sollte. Ein altbekanntes Spiel, quasi „nix neues“… Aber wieso muss beim Anti-AKW-Protest sich immer wieder dieses hierarchische Verhältnis „Demonstranten fordern von Regierung“ auftun?
Nunja: Neu ist diese „Rollenverteilung“ nun nicht und sie ist in jedem Staate dieser Welt anzutreffen, denn diese „Rollenverteilung“ ist ein grundlegendes Kennzeichen der „Herrschaft“. Und hier zeigt sich sehr gut, dass zum Beispiel auch eben eine Diskussion über einen sofortigen Atomausstieg nicht bloß bei einem „Betteln“ der Demonstranten an einer vermeintlichen Regierung stecken bleiben sollte. Viel eher sollte, gerade in dieser Hinsicht auch auf das Grundproblem der Herrschaft hingewiesen werden. Denn es zeigt sich, gerade im Anti-Atom-Zusammenhang immer wieder nur all zu deutlich, dass der Staat im Nachhinein auch kein Interesse an einem Ende der Atomenergiegewinnung hat, im Gegenteil: Menschen stellen sich durch ihre Legitimation als „herrschende“ über andere Menschen, Atompolitik wird weiterhin betrieben, Castorzüge fahren weiterhin durch die Gegend, der Widerstand gegen Castortransporte und Anti-AKW-Aktivisten wird vielerorts von der Polizei gewaltsam erwidert und viele Staaten bauen neue Atomkraftwerke oder überlegen zumindest einen „Verbleib“ bei der Atomenergie. Außerdem wird die Atomenergiegewinnung nur
all zu oft auch mit einem aggressiven „Standortnationalismus“ gerechtfertigt, viele Staaten behaupten, dass Atomenergiegewinnung auch ihrer „Nation“ im Zusammenhang mit einer „starken Wirtschaft“ helfen würde. Diese Form des Nationalismus ist ein klassisches Beispiel einer Vermischung aus warenorientiertem Marktwirtschafsdenken und reaktionärem Zwangskollektivsdenken.
Daher sollte Kritik an der Atomenergiegewinnung eben auch vor Dingen wie Staaten, Nationen, Herrschaft, Regierung und dem ganzen Scheiß nicht haltmachen sondern aufzeigen, dass Atomenergiegewinnung auch nur ein weiteres „Symptom“ der ganzen, bestehenden Verhältnissoße ist.
Do the right thing, nuke the fuckin’ Atomstaat und mach was dagegen!
Eine reine „Reformierung“ ist daher auch kein „Schlüssel zum sofortigen Ausstieg“. Eine radikale, gesellschaftliche Umwälzung muss dafür stattfinden. Und diese kommt nicht mal eben dahergeflattert sondern mensch muss sie sich halt eben „selber“ machen. Und beim Thema „Anti-Atom“ gibt’s viele Wege und Ideen dafür. So werden zb. auch in den nächsten Monaten nicht bloß Demos gegen Atomenergie stattfinden, sondern beispielsweise auch Blockadeaktionen vor AKWs und andere, direkte Aktionen stattfinden, welche eben auch quasi direkt „Hand anlegen“, denn Atomausstieg ist eben auch Handarbeit. Und diese Handarbeit ist etwas, wofür es sich lohnt, mal die Hände schmutzig zu machen und gerade diese Handarbeit ist auch im linksradikalen Kontext weiterhin mehr als nötig!
Aber auch die Forderung nach einer gesamtgesellschaftlichen Umwälzung sollte auf der anderen Seite in die allgemein stattfindenen, großen Proteste, wie sie zb. wieder am 28. Mai stattfinden werden, getragen werden, denn wie schon erwähnt: Es geht halt ums ganze, und das gerade bestehende „Ganze“ ist eben, wie so oft, die Wurzel allen Übels.
Also: Wrackt den Mist endlich ab und kommt am 28.05 zur Anti-Atom-Demo nach Münster.