60 Jahre DDR: Kein Grund zum Feiern
Schwarze Katze, Friedensfestzeitung 2009

2009 ist Jubiläumsjahr. 20 Jahre Mauerfall und 60 Jahre Gründung der DDR. Zeit für einen Rückblick. Schauen wir uns den selbsternannten "Arbeiter- und Bauernstaat" mal genauer an: Einschränkung der Meinungsfreiheit und das Abknallen von Flüchtlingen an der Mauer waren an der Tagesordnung. Die Psychiatrie wurde im Stalinistenparadies mißbraucht, um Oppositionelle für verrückt zu erklären und unter Psychopharmaka zu setzen. Das gut ausgebaute Stasi-Spitzelsystem zeugte von einem tiefen Misstrauen der Herrschenden gegen die eigene Bevölkerung.

Auf den Müllhaufen der Geschichte
SED Bonzen konnten sich im Gegensatz zur schlangestehenden Untertanenschaft begehrte West-Produkte leisten und genossen viele Privilegien. Sportliche Erfolge wurden oft durch Doping und Krankheit der Sportler erkauft. DDR bedeutete Mangelwirtschaft, Bespitzelung, Herrschaft einer kleinen Parteiclique, Bereicherung der Nomenklatura auf Kosten der Arbeiter und Bauern, Unterstützung der RAF und anderer dubioser Nationalbolschewisten, Armut, heruntergekommene Häuser, Gummiparagraphen wie "staatsfeindliche Hetze" und "Boykotthetze" gegen Systemkritiker, Unterdrückung der Opposition durch Zersetzungsmassnahmen wie Psychoterror und Todesstrafe gegen Dissidenten. Da ist doch klar, dass die DDR-Bürger, wenn mit Bananen und Begrüßungsgeld gewinkt wird, den ungeliebten Staat auf den wohlverdienten Müllhaufen der Geschichte werfen. Und nicht merken, dass der Westen auch seine Schattenseiten hat. Kein Wunder, da den SED-Kadern einfach nichts mehr geglaubt wurde.

Rotlichtbestrahlung? Nein danke!
Im Kindergarten bekamen schon die Kleinen Rotlichtbestrahlung ab und in der Schule wurden sie zu Mitläufern oder roten Tätern erzogen. Das Regime quälte in Jugendwerkhöfen den systemkritischen Nachwuchs. Punks und andere Unangepasste wurden ebenfalls drangsaliert. Militaristische und autoritäre Kindererziehung zerstörten das Leben vieler Menschen. Wenn die greisen stalinistischen Betonköpfe sangen "Wir sind die junge Garde des Proletariats" dann war das eine Lachnummer. Nichts zum Lachen hatten dagegen diejenigen, die eine eigene Meinung abseits von staatlich verordneten Parolenschablonen vertraten.

Keine Meinungsfreiheit
Zensur, Berufsverbote und Angst, seine eigene Meinung sagen zu dürfen, prägten das Leben der Untertanen im DDR-Unrechtsstaat. Die gleichgeschaltete Presse, vollgestopft mit Lügen und Hetzartikeln, redete die erbärmliche Situation schön. Aber irgendwann ist Schluss. Die Wut gegen das totalitäre Regime brach wenige Jahre nach der DDR-Gründung auf. Der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 wurde durch sowjetische Panzer plattgewalzt. Mutige Bürgerrechtler forderten erfolgreich ein Ende der Unterdrückung ein. Da half auch kein Schießbefehl und keine lügenhafte Propaganda mehr. Das Gute an der DDR war, das sie Geschichte ist. Es gibt auch mehr positives: Bürgerrechtler, die sich vom Stasi-Schnüffelstaat nicht schrecken liessen, Fluchthelfer, die von Ermordung durch die roten Schergen bedroht waren und trotzdem Menschen aus dem Knast DDR befreiten, Umweltgruppen, Sabotageaktionen und kleinere und grössere Oppositionsaktivitäten.

Buntes Leben statt graue Plattenbauten
Die immer geringer werdende Anzahl DDR-Bürger mussten in ihren grauen Plattenbauten hausen und die russischen Besatzungssoldaten mit durchfüttern. Das gescheiterte System der marxistischen Weltverschlechterer hielt sich durch Selbstschußanlagen, Mauermörder und Stasi am Leben. 1989 enthüllten Bürgerrechtler, dass die SED hinter der Wahlfälschung der Kommunalwahlen steckte. Dafür wurde Hans Modrow nach der Wiedervereinigung als Wahlfälscher verurteilt. Stalinistischer Personenkult kam ebenso wie jahrelanges Warten auf einen Trabi nicht gut rüber. Da war eher "rübermachen" in den Westen angesagt. Ein passendes Zitat des Schauspielers Manfred Krug: "In der DDR hat man von mir eine Weltanschauung verlangt, ohne dass ich die Welt anschauen durfte."