antisemitische Demo am 03.06.03 in Hagen
Schwarze Katze Sonderseite

Nazi-Demo am 03.06.03 in Hagen unter dem antisemitischen Motto "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel". Gegenaktivitäten gabs natürlich auch...

Das meinte Paul Spiegel über die Nazi-Demonstranten:
"Wenn diesen Demonstranten das System in Deutschland nicht passt, dann sollen sie gehen - wir Juden werden nicht aus Deutschland fortgehen!"
Zitat Westfalenpost Hagen, 04.03.03


Antifa-Berichte
Schwarze Katze Bericht über die antisemitische Demo
Bullen ohne Ende und 55 bekloppte Nazis Bericht
Aufruf Antifa Hagen
Diskussion über den Aufruf der Antifa Hagen Indymedia
Offener Brief an die Polizeipräsidentin VVN-BdA Hagen
Antifa-Kundgebung verboten! Woanders angemeldet. Antifa Hagen
Nazis raus aus Hagen! PDS Hagen
Naziaufmarsch in Hagen verhindern! Sommer Sonne Sozialismus

rechte Propaganda
Demonstration gegen Spiegel-Besuch in Hagen Störtebeker-Netz, 04.06.03
„Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“ Völkisch Orientierte Gemeinschaft Dortmund
Fascho-Bericht Freie Radikale Kräfte Dortmund, 03.06.03

Bilder
Bilder der Hagener Antifa-Demo vom 03.06.03

Berichte der bürgerlichen Medien
"Initiative für die Anerkennung des Staates Palästina" macht Kundgebung Radio Hagen, 02.06.03
Lesung mit Paul Spiegel
Bericht zum geplanten Naziaufmarsch Radio Hagen 01.06.03
Hagen droht erneut rechter Aufmarsch WR Hagen, 02.06.03
Paul Spiegel in Hagen, WDR, 02.06.03
700 Polizisten sorgen heute für Sicherheit WP Hagen, 03.06.03
Aufmarsch von Rechten "unerträglich" WR Hagen, 03.06.03
Viele Hagener wollen gegen Nazis demonstrieren Radio Hagen, 03.06.03
Paul Spiegel wird in einer halben Stunde erwartet Radio Hagen, 03.06.03
Grosseinsatz der Polizei bei Demos in Oberhagen WP Hagen, 04.06.03
Bitterer Beigeschmack bei Spiegel-Besuch WP Hagen, 04.06.03
Ausnahmezustand in Hagen WDR, 03.06.03
"Juden raus" ohne Echo WR Hagen, 04.06.03
"Es war richtig, zu bleiben" WR Hagen, 04.06.03
"Mehr Wissen über Judentum nötig" WP Hagen, 04.06.03
Zentralratspräsident der Juden beklagt Anstieg rechtsextremer Übergriffe WP Hagen, 04.06.03

andere Artikel
Neue deutsche Lyrik Jungle World # 25, 11.06.03


Antifa-Berichte

antisemitische Demo in Hagen
Schwarze Katze, Juni 03

Steine fallen runter, Wasser fliesst den Berg hinab, Anarchisten sind für Freiheit und Nazis sind antisemitisch. Daran wird sich wohl nie was ändern. Dass Wasser den Berg runter- und nicht rauffliesst, dass Steine nicht plötzlich nach oben fallen und dass Anarchos für Freiheitsrechte eintreten, dagegen kann eigentlich niemand was haben. Aber gegen den eliminatorischen Antisemitismus der Faschos schon. Antisemitismus darf nicht normal werden, gerade im Hinblick auf die düstere deutsche Vergangenheit.

Vortrag von Paul Spiegel

Buch von Paul Spiegel

Am 3.6.03 besuchte Paul Spiegel vom Zentralrat der Juden Hagen. Er las aus seinem Buch "Wieder zu Hause? - Erinnerungen" vor. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Ausstellung "Rassismus in Deutschland" statt, deren Schirmherrschaft Paul Spiegel übernommen hat. Paul Spiegel gehört zur Generation der Holocaust-Überlebenden. Er wurde 1937 in Warendorf in Westfalen geboren. Mit seiner Familie flieht er 1938 vor den Nazis nach Belgien, aber die dortige Sicherheit hält nicht lange an. Nach der Besetzung Belgiens durch Deutschland wird Pauls Vater verhaftet. Seine etwas ältere Schwester wird nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Mutter muss den kleinen Jungen weggeben. Eine belgische Familie, die entschlossen war, jüdische Kinder zu retten, kümmert sich um ihn. Nun beginnt eine Odyssee der Angst von Versteck zu Versteck.

Nach Kriegsende und Befreiung kehrt der Rest der Familie nach Warendorf zurück, der Vater, der das Grauen der Konzentrationslager überlebte, wollte es so. Ab Mitte der sechziger Jahre macht Paul Spiegel in Düsseldorf Karriere. Er wird Journalist, Manager, Pressesprecher und baut eine eigene Künstleragentur auf. Schon früh hat er sich in jüdischen Gremien und Gemeinden engagiert. Er wird Ratsvorsitzender der Gemeinde in Düsseldorf und im nordrheinischen Gebiet. Nach dem Tod von Ignatz Bubis wird er zum Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt.

Einfühlsam und ruhig erzählt Paul Spiegel aus seinem Leben. Ein deutscher Jude, der Unvorstellbares erlebt und durchgemacht hat, mahnt den Anfängen zu wehren, und entwickelt seine Vision von einer deutschen Gesellschaft, in der Juden und Nichtjuden miteinander leben können. Einige Deutsche konnten es nicht lassen bei der Veranstaltung abfällige Bemerkungen über Israel loszulassen und Paul Spiegel als Vertreter Israels hinzustellen. Also mit anderen Worten: "Eigentlich gehörst du ja garnicht hierhin."

So sehen es die Nazis

Paul Spiegel trug sich ins Goldene Buch der Stadt Hagen ein

Paul Spiegel trug sich ins Goldene Buch der Stadt Hagen ein. Das nationalistische Störtebeker Netz kommentierte dies folgendermassen:
Eintragungen ins Goldene Buch einer bundesdeutschen Stadt haben auch keinen Ewigkeitscharakter.

Weiter heisst es im Störtebeker Netz:
Zwar versuchte die städtische Obrigkeit dem Oberhaupt der bundesdeutschen Juden den Aufenthalt durch eine möglichst devote und politisch korrekte Haltung, die dann sogar in eine Eintragung Spiegels in das Goldene Buch der Stadt mündete, zu verzuckern, doch dürfte die Demonstration ihre Wirkung auf Spiegel, der in der Stadt zu einer Lesung aus seinen Memoiren weilte, dennoch nicht verfehlt haben.

700 deutsche Polizisten schützen Nazi-Demo

Der in der rechten Szene bekannte Maik Müller gründete die "Initiative für die Anerkennung des Staates Palästina", um gegen Paul Spiegel als Vertreter der Juden zu demonstrieren. Unter dem widerlichen Motto "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel" meldete Maik Müller für den 3.6.03 eine Demo an. Diese durfte auch stattfinden. 700 Polizisten aus Hagen, Bochum und Dortmund schützten die Nazis vor den zahlreich vertretenen Antifas. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Innenstadt, über Eilpe und über Oberhagen. Was das wieder kostet. Und alles nur wegen 55 bekloppter Nazis. Polizeisperre auf der Frankfurter Strasse in Oberhagen mit 700 Polizisten - was das wieder kostet...

Braune Horden marschieren durch Hagen

Die nationalistischen Redebeiträge befassten sich mit dem Israel/Palästina Konflikt, wo in gewohnter Nazi-Manier einseitig Israel die Schuld für alles gegeben wurde. Weiterhin ging es um die angebliche "Weltmachtsstellung von Israel". Nazis haben wieder einmal ihrem irrationalen Hass auf Juden reflexartig rausgebrüllt. Folgende Demosprüche gaben dem ganzen noch die (un)passende braune Würze:
  • Israel – Internationale Völkermordzentrale
  • Juden raus (aus Palästina)
  • Zionisten – Mörder und Faschisten
  • Zionisten, Mörder und Rassisten
  • Frei, Sozial, National!

    Die Völkisch Orientierte Gemeinschaft Dortmund behauptete fälschlicherweise: "ein Teil der Anwohner blieb auf unserer Seite und schimpften laut über die Gegendemonstranten". Ausserdem behaupten sie, dass Anwohner ihre Nazi-Parolen mitriefen und sie auf dem ganzen Zug begleiteten, was definitiv nicht stimmt. Die Nazi-Gruppierung "Freie Radikale Kräfte Dortmund" schrieb in ihrer Demonachbetrachtung drohend "Hagen, wir kommen wieder!!".

    Reaktionen auf den Nazi-Aufmarsch

    Aus einem gemeinsamen Aufruf der Antifa Hemer und der Schwarzen Katze:
    "Nationalismus und Antisemitismus gehören auf den Müllhaufen der Geschichte. Beides hat zu unsäglichem Leid geführt. Gegen jede Form von Nationalismus und Antisemitismus! Beteiligt euch deswegen an der Antifa-Demo in Hagen!"

    Paul Spiegel über die Nazi-Demonstranten:
    "Wenn diesen Demonstranten das System in Deutschland nicht passt, dann sollen sie gehen - wir Juden werden nicht aus Deutschland fortgehen!"
    Zitat Westfalenpost Hagen, 04.03.03

    PDS Hagen: "Nazis raus aus Hagen! So einfach heißt die Antwort auf die widerliche Beleidigung der Hagener Bürger und Paul Spiegels . Erneut trugen die Nazis ihr braunes Gesudel auf die Straße. Die Bevölkerung in Oberhagen hat von diesem Mob einfach nur die Schnauze voll."

    Die Westfalenpost Hagen schrieb am 03.06.03 unter der Überschrift "Aufmarsch von Rechten unerträglich" folgendes: "Paul Spiegel, Überlebender des Holocaust, wird heute nach Hagen kommen und muss um sich herum hunderte Uniformierte sehen, weil es nach deutschem Recht nicht zu verhindern sei, erklärten Staatsanwaltschaft und die Polizeipräsidentin.".

    Hedwig Schürmann vom DGB Hagen meinte "Wir empfinden es als unerträglich, dass die Nazis einen Vortrag von Paul Spiegel im Rahmen der Aussstellung ,Rassismus in Deutschland´ als Vorwand nehmen, ihre rechten Parolen anzubringen".

    Der Hagener SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel zum zeitgleich stattfindenden Vortrag des Repräsentanten der Juden und der Nazi-Demo: "Das ist geradezu unerträglich, das hätte man anders lösen können". Die Hagener SPD rief nach Angaben von Radio Hagen vom 02.06.03 dazu auf, die Spiegel-Veranstaltung zu besuchen. Also indirekt, sich nicht an der Antifa-Kundgebung zu beteiligen.

    Antifas werden aktiv

    Die Antifa-Demo sollte ursprünglich ab 18 Uhr am Oberhagener Bahnhof losgehen. Dies wurde aber von der Polizei nicht genehmigt. Die Faschos durften marschieren und die Antifa-Demo wird verboten. Alltag in der BRD. Nun wurde für 18 bis 21 Uhr eine Antifa-Kundgebung an der Johanniskirche angemeldet und schlussendlich von der Polizei genehmigt. Etwa 150 Antifas demonstrierten gegen den braunen Mob.

    Stellungnahme der Antifa Hagen vom 05.06.03:
    "Positiv war noch die kreative Widerstandsaktion von einigen Hagener GenossInnen, die den Naziaufmarsch mit einem Transparent "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" begleiteten und letztendlich durch ihre dauernden Sprechchöre maßgeblich mit dazu beitrugen, dass Maik Müller irgendwann völlig entnervt durchdrehte und wegen Volksverhetzung festgenommen wurde."

    Wir mögen keine mit Nationalfarben bedruckten Stofflappen, die rumgewedelt werden!

    Bei der Antifa-Demo wurden etliche Israel-Fahnen getragen. Auf der einen Seite für einige verständlich, weil sowas Nazis ärgert, die im selben Moment gegen Israel demonstrieren - auf der anderen Seite gab es bei anderen, die dabei waren, Bauchschmerzen. So würden Schwarze Katze Aktivisten keine Nationalfahnen schwenken, weder palästinensische, noch israelische und deutsche schon gar nicht. Wenn schon Fahnen, dann schwarze oder schwarz-rote, die symbolisieren Freiheit. Nationalfahnen werden nur von Nationalisten getragen. Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den "Völkern", sondern zwischen oben und unten! Die mit Nationalfahnen konstruierte Volksgemeinschaft gaukelt eine Einheit vor, die es nicht gibt. Die deutsche Arbeitslose befindet sich angeblich im selben Boot mit dem deutschen Grosskapitalisten. Das stimmt aber nicht. Es gibt unterschiedliche Interessen. Ihre Kriege um Rohstoffe sind nicht unsere. No war but class war! No war between nations - no peace between classes!


    Bullen ohne Ende und 55 bekloppte Nazis - Bericht zum Naziaufmarsch in Hagen
    Antifa Hagen, 05.06.03

    Am vorgestrigen Abend demonstrierten in Hagen-Oberhagen 55 Nazis gegen Israel und Paul Spiegel. (Motto: der Rassismus ist ein Meister aus Israel) Anmelder des Aufmarsches war der Lüdenscheider Neonazi Maik Müller.

    Die wenigen Neonazis (Maik Müller ist in der rehten Szene momentan relativ isoliert - anwesend waren vor allem Dortmunder Neonazis um SS-Siggi Borchardt, KDSler aus Köln und Essen, Wuppertaler Nazis um Maik Hilgert, sowie einige lokale Dumpfbacken) konnten jedoch nur eine kleine Runde durch das hermetisch abgeriegelte Oberhagen gehen und wuren dabei ständig von AnwohnerInnen und einigen Antifas, denen es gelungen war an die Route der Nazis heran zu kommen, beschimpft und ausgepfiffen.

    Schließlich mussten die Neonazis ihren Aufmarsch sogar vorzeitig abrechen, da der Anmelder Müller wegen des Verdachts auf Volksverhetzung festgenommen worden war. Die Frustration über den für sie mehr als schlecht verlaufenen Abend war den Neonazis deutlich anzumerken - zeitweilig kam es nach der Auflösung des Aufmarsches zu Rangeleien zwischen Neonazis und Polizei.

    Die Antifa Hagen hatte für 18 Uhr zu einer Kundgebung gegen den Naziaufmarsch aufgerufen, zeitweilig nahmen bis zu 200 Personen an dieser Kundgebung teil. Eine Verhinderung des Naziaufmarsches war jedoch leider angesichts der Übermacht der Staatsgewalt (700 Bullen) und des sowieso nur schwer zugänglichen Aufmarschortes nicht möglich.

    Was bleibt ist der bittere Nachgeschmack, dass es momentan offensichtlich nicht möglich ist genügend Leute zur Verhinderung eines Naziaufmarsches zu bewegen. Die Aussage sich nicht an einer Kundgebung mit Antideutschen aus dem Ruhrgebiet und deren Israelfahnen beteiligen zu wollen halten wir angesichts der Thematik des gestrigen Naziaufmarsches für nicht gerechtfertigt. Auch für uns bedeutet die Solidariät mit Israel nicht, dass wir die aktuelle Politik der israelischen Regierung in allen Punkten für richtig halten.

    P.S. Positiv war noch die kreativer Widerstandsaktion von einigen Hagener GenossInnen, die den Naziaufmarsch mit einem Transparent "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" begleiteten und letztendlich durch ihre dauernden Sprechchöre maßgeblich mit dazu beitrugen, dass Maik Müller irgendwann völlig entnervt durchdrehte und wegen Volksverhetzung festgenommen wurde.


    Aufruf Antifa Hagen, 31.05.03
    Antisemitismus und Antizionismus angreifen - Deutschland abschalten

  • 03.06.03 Naziaufmarsch in Hagen verhindern - gegen Antisemitismus
    Antifa Hagen

    Zwei New Yorker Intellektuelle beim Small Talk während einer Party: Sagt der eine zum anderen: „ Du, ich habe einen Essay geschrieben, gegen den Antisemitismus.“ – „So? Wie schön! Ich bevorzuge Baseballschläger“ Woody Allen

    Antisemitismus und Antizionismus angreifen - Deutschland abschalten

    Am Dienstag, den 03.06. wollen Nazis eine Demonstration unter dem Motto „Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“ durchführen. Grund hierfür ist eine Lesung Paul Spiegels, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden. Dieser wird ab 18 Uhr unter dem Titel „Wieder zu Hause? Erinnerungen“ im Tor 2 (Hagen-Eilpe) eine Lesung halten.

    Bisher sind Ort und Zeit der Nazidemo noch nicht bekannt. Ein Kooperationsgespräch zwischen Polizei und Anmelder findet am Montag statt.

    Im Antisemitismus sind die „Grenzen der Aufklärung“ (Adorno) erreicht. Wir rufen deshalb dazu auf, den Nazis an diesem Tag direkt entgegenzutreten. Wir wollen aber auch die Hetze gegen den Staat Israel als das zu denunzieren, was es ist: als nichts weiter als die territoriale Form des Antisemitismus, als dessen in Deutschland zur Zeit einzig mögliche Ausdrucksform. Im Zuge des momentan weltweit aufflammenden antisemitischen Vernichtungswahns wird in Deutschland wieder deutlich, dass die Deutschen den Juden Auschwitz nie verzeihen werden. Indem genüsslich aufgezeigt wird, welche Verbrechen Israel angeblich begehe, was für ein Terrorstaat Israel sei, indem der Zionismus - die im nachhinein einzig richtige Antwort auf den weltweiten, modernen Antisemitismus – dem Faschismus gleichgestellt wird, werden die Opfer zu Tätern stilisiert, der Holocaust relativiert, die eigene Schuld weit von sich geschoben. Das Motto der Nazis „Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“ schlägt genau in diese Kerbe und lädt die deutsche Nation zum zustimmenden Nicken ein. Antisemitismus ist als Denkform solange aktuell, als die bürgerliche Gesellschaft nach negativer Aufhebung in die Barbarei strebt, die Alpträume ihrer widersprüchlichen Existenz auf die Juden oder auf Israel, den Juden unter den Staaten projiziert.

    Das eigene Verlangen, das versagte Glück, wird im Interesse der Selbsterhaltung aus dem Individuum abgespalten und mit den Juden vernichtet: „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet ist der Tod des Juden“ (Sartre). Sich momentan in Deutschland den Antisemiten entgegenzustellen heißt, ihnen die Deckmäntelchen ihrer antisemitischen Ideologie zu entreißen und ihnen um die Ohren zu hauen. Ohne die antisemitische Denkform zu attackieren gibt es keinerlei Aussicht auf eine positive Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft zu einer Assoziation freier Individuen. Der Kampf gegen Antisemitismus ist aber nicht von dem Bekenntnis zum Staat Israel zu trennen. Es bleibt richtig: Sozialismus oder Barbarei

    Wir treffen uns vorerst um 18 Uhr am Oberhagener Bahnhof. Weitere Infos folgen. Zum Oberhagener Bahnhof kommt ihr vom Hauptbahnhof aus mit der Volmetalbahn Richtung Lüdenscheid jeweils um 12 nach oder mit mehreren Bussen in Richtung Hagen-Eilpe.


    Diskussion über den Aufruf der Antifa Hagen
    Indymedia

    http://de.indymedia.org/2003/05/52999.shtml


    Offener Brief an die Hagener Polizeipräsidentin
    Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der AntifaschistInnen Hagen

    Polizeipräsidium Hagen
    z.Hd. Frau Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer

    Sehr geehrte Frau Polizeipräsidentin,

    im Namen der
    VVN-BdA in Hagen möchte ich Sie darin bestärken, dem geplanten Aufmarsch von Neonazis am 3.6.03, angemeldet durch den hinlänglich bekannten Maik Müller, alles in Ihren Kräften Stehende entgegenzusetzen.

    Falls es, wie in der Vergangenheit, unmöglich sein sollte, die Formierung des Aufzuges doch noch zu verhindern, bitte ich wenigstens darum, gegen ihn Protestierende nicht abzudrängen, sondern so nah als nur eben vertretbar, d.h. jedenfalls in Sichtweite, an die PropagandistInnen des Braunen Ungeistes heranzulassen. Bei der machtvollen Gegendemonstration der Zehntausend zu ähnlichem Anlaß hier in Hagen rühmte sich die Szene, es sei davon "nur ein Flüstern" zu vernehmen gewesen.

    Es spricht unbedingt für eine Demokratie wie die unsrige, dass, BVG-bestätigt, "mißliebige Meinungen" artikuliert werden dürfen, es sollte aber nicht zur Taktik der Dritten Gewalt werden, dass engagierte Bürgerinnen und Bürger es sich unwidersprechbar gefallen lassen müssen dank räumlicher und womöglich zeitlicher Trennung von den VerkünderInnen demokratiefeindlicher Gesinnung.

    Das Motto des Herrn Müller ist einer ähnlichen, ebenfalls die Todesfuge von Paul Celan verhöhnenden Formulierung, wie sie ín Transparentaufschriften bei antisemitisch geprägten Demonstrationen zu lesen war ("Der Tod ist ein Meister aus Israel", z.B. am 13.04.2002 in Berlin) nachempfunden.

    Der Satz möchte hier als Volksverhetzung in dem Sinne zu deuten sein, dass die unter der Schirmherrschaft von Paul Spiegel stehende Ausstellung des Historischen Zentrums "Rassismus in Deutschland" relativiert werden soll: Rassismus war erklärte Staatsdoktrin im "III. Reich", das kann nicht implizit geleugnet und nicht freiweg Israel zugeordnet werden, noch kann es angehen, dass alle die Teile der deutschen Bevölkerung, die den Staat Israel hoch schätzen, sich mit der beleidigenden Aussage des Herrn M. Müller abfinden müssen.

    Weiterhin ist anzunehmen, dass das Leitwort der faschistisch motivierten Demonstration das 70 Jahre währende Urheberrecht des Holocaust-Überlebenden und im Jahre 1970 verstorbenen Paul Celan verletzt, dessen geistiges Eigentum so unzulässig ins Gegenteil seiner Intention verkehrt wird.

    Mit freundlichen Grüßen


    Antifakundgebung verboten!
    Antifa Hagen, 02.06.03

    Wichtig!!! Naziaufmarsch am Dienstag Die Kundgebung am Oberhagener Bahnhof ist mit der Begründung verboten worden, dass die Nazis dort zuerst angemeldet hätten. Der Zeitpunkt würde im Bereich von 20 – 24 Uhr liegen. Weiteres zu der Nazidemo ist noch nicht klar.

    Eine antifaschistische Kundgebung ist nun am Marktplatz vor der Johannis-Kirche von 18- 21 Uhr angemeldet. Vom Hagener Hauptbahnhof fahren mehrere Busse zu der Haltestelle „Markt“. Ansonsten dauert der Weg zu Fuß einmal quer durch die Fußgängerzone (in die Bahnhofsstrasse gegenüber vom Bahnhof und immer geradeaus, an der neuen Mitte vorbei und weiter geradeaus) etwa 20 Minuten.

    Eine kurze Erläuterung zu dem Aufruf: Aus zeitlichen Gründen gibt es keinen Aufruf der Antifa Hagen, sondern lediglich ein paar Sätze von einigen Leuten aus der Antifa Hagen. Eine Analyse (insbesondere des Konflikts im Nahen Osten) können und wollen die paar Zeilen nicht sein. Wir bitten dieses Missverständnis und die daraus entstandenen Verwirrungen zu entschuldigen.


    Nazis raus aus Hagen!
    PDS Hagen

    So einfach heißt die Antwort auf die widerliche Beleidigung der Hagener Bürger und Paul Spiegels . Erneut trugen die Nazis ihr braunes Gesudel auf die Straße.

    Die Bevölkerung in Oberhagen hat von diesem Mob einfach nur die Schnauze voll.
    Mit Wiederwillen und deutlichen und lautstarken Protest ertrugen sie den Karnevalsumzug der Faschisten.

    Erfreulich ist das sich sehr viele junge Menschen der absolut friedlichen Demonstration der ANTIFA Hagen angeschloßen haben und das die Polizei bei den Rechten, endlich, durchgegriffen hat und Festnahmen wegen brüllen von verbotenenen Parolen erfolgte. Dies war bisher oft nicht erfolgt.

    Schade war auch das von den PolitikerInnen der "Volksparteien" CDU, SPD und "FDP" sich keiner sehen ließ. Die Grünen und natürlich die PDS zeigte Gesicht und nahm an der Demonstration gegen die Nazis teil.

    Eine Bemerkung noch zur und an die Polizei.

    Es ist nicht verboten während der Demonstration auch mal zu lächeln und ein wenig fröhlich zu sein. Nicht die Antifaschisten sind das Übel und daran Schuld das sie eine zusätzliche Schicht einlegen mußten und 700 Beamte dem Steuerzahler wieder richtig bluten lassen. Es sind die Nazis die ihre menschenverachtende Politik auf die Straße tragen wollen. Dagegen zu demonstrieren ist nicht nur ein Recht sondern eine Pflicht jedes Demokraten! Solingen und vieles andere ist nicht vergessen!!

    Fazit:

    Ein kleines Lächeln und schon sieht die Welt ein wenig bunter aus...

    Nie wieder Krieg; Nie wieder Faschismus. 1945 wie Heute!


    Naziaufmarsch in Hagen verhindern!
    Sommer Sonne Sozialismus, 02.06.2003 21:39

    Zum vierten Mal innerhalb der vergangenen zwei Jahren wollen Nazis einen Aufmarsch in Hagen durchführen - beteiligt Euch an den Gegenaktionen!

    Zum vierten Mal innerhalb der vergangenen zwei Jahren wollen Nazis einen Aufmarsch in Hagen durchführen. Ihr Motto für die "vierte Runde" lautet: "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel".

    Die Nasen begründen das Thema mit einem Besuch, speziell einer Veranstaltung mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, welche in Hagen-Eilpe stattfinden soll. Schon alleine der deutliche Antisemitismus welcher mit dem Thema verbreitet und etabliert werden soll, wird zu einem der Hauptgründe wieso mit militanten Nazis aus ganz NRW gerechnet werden muß.

    Wir hoffen das trotz dem antisemitischen Themas, eine sinnvolle Aktionsform gestartet wird und diese nicht in antideutschen Theorien endet.

    Beteiligt Euch an den Gegenaktionen!
    Widerstand ist wunderbar!

    Treffpunkt der Nazis 19:00 Uhr, Hagen-Oberhagen
    (dort sogar schon zum dritten Mal!)

    Treffpunkt für Gegenaktivitäten 18:00 Uhr, Hagen-Oberhagen (achtet auf Änderungen!)



    rechte Propaganda
    Demonstration gegen Spiegel-Besuch in Hagen
    Störtebeker-Netz, 04.03.03

    Hagen/NRW: Tja, das hätte sich Paule Spiegel vom Zentralrat der Juden wohl nicht gedacht, dass er es noch einmal erleben würde, dass man anlässlich eines offiziellen Besuches von seiner Seite in einer bundesdeutschen Stadt gegen ihn demonstrieren würde. Und dies auch noch unter dem Slogan „Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“. So geschehen gestern Abend im Hagener Stadtteil Oberhagen (NRW) Zwar versuchte die städtische Obrigkeit dem Oberhaupt der bundesdeutschen Juden den Aufenthalt durch eine möglichst devote und politisch korrekte Haltung, die dann sogar in eine Eintragung Spiegels in das Goldene Buch der Stadt mündete, zu verzuckern, doch dürfte die Demonstration ihre Wirkung auf Spiegel, der in der Stadt zu einer Lesung aus seinen Memoiren weilte, dennoch nicht verfehlt haben.


    Eintragungen ins Goldene Buch einer
    bundesdeutschen Stadt haben auch keinen
    Ewigkeitscharakter.


    So klagte er gegenüber der Presse: „Bis 1945 hat die deutsche Polizei uns abgeführt, heute schützt sie uns“. Eine echte Übertreibung, so waren es lediglich 50 Demonstranten, die gegen den Spiegel-Besuch in Hagen aufbegehrten, während 700 Polizisten und rund 100 prozionistische Gegendemonstranten dafür sorgten, dass der Diaspora-Chef vom eigentlichen Geschehen kaum etwas mit bekam. Zwei Personen der nationalen Demonstration wurden festgenommen. Darunter der Veranstaltungsleiter. Letzterer weil er nach Beendigung die Losung „Rassismus ist ein Meister aus Israel“ skandiert hatte, die von der Polizei als Auflage verboten worden war. Weitere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.


    03.06.03 in Hagen
    „Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“

    Völkisch Orientierte Gemeinschaft Dortmund, 03.06.03

    Nachdem aus Presse bekannt war das P. Spiegel, Zentralrat der Juden, in die Stadt Hagen kommt um aus seinem ach so „schlimmen Leben“ zu erzählen, meldeten die Kameraden vor Ort sofort eine Demonstration unter dem Motto „Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“ an. Beginn der Veranstaltung sollte 19:00 Uhr sein, aber uns war schon vorher klar, dass dies nicht funktionieren kann. Denn die Polizei übte mal wieder ihre schikanier Methoden an uns aus, indem sie uns die Einfahrt in die Stadt ziemlich erschwert haben und einigen Kameraden wurde sogar die Einfahrt verweigert. Was sich natürlich an der Teilnehmerzahl bemerkbar machte. Trotz alle dem schafften es noch ca. 80 Kameraden zum Treffpunkt zu gelangen. Obwohl noch nicht alle Kameraden vor Ort waren, mussten wir mit der Veranstaltung beginnen, denn die Veranstaltungszeit war begrenzt.

    Als wir dann unseren Demonstrationszug mit den rufen von „Frei, Sozial, National!“ gegannen, riefen, zu unserem erstaunen, sogar ein paar Anwohner mit, welche uns auf dem gesamten Zug begleiteten. Die Antifa war aber natürlich zahlreich vertreten, mit lautem Gebrüll versteht sich. Es hat ihnen aber nichts gebracht, denn ein Teil der Anwohner blieb auf unserer Seite und schimpften laut über die Gegendemonstranten Es schafften nur wenige Rotfaschisten der Antifa zu unserem Demonstrationszug zu gelangen. Neben diesen, begleiteten uns eine Gruppe von ca. 30 türkischen Kindern, von denen die meisten gerade einmal aus dem Grundschulalter heraus waren. Dennoch waren diese die lautstärkste Gruppe der Gegendemonstranten. Diese kleinen „Kinder“ wussten nicht einmal worum es geht. Ihr lächerliches „Nazis raus“ Geschreie, war das einzige was man „wirklich“ als Protest hätte verstehen können. Die Strecke betrug leider nur 1,4 km, allerdings haben wir durch ein gezügeltes Tempo das Beste herausholen können. Die Polizei versuchte selbst bei der Zwischenkundgebung ihre Macht zu präsentieren, indem die Kundgebung nicht wie geplant an einer Kreuzung stattgefunden hat, sondern in einer kleinen Seitenstraße.

    Bei der Zwischenkundgebung gaben die Redner ihr bestes (natürlich nur was im legalen Rahmen möglich war), wobei ein Redner vom KDS und ein Redner vom Wattenscheider Widerstand vertreten war. Nach der Zwischenkundgebung setzte sich der Demonstrationszug wieder in Bewegung. Leider nur sehr kurz, weil plötzlich der Redner vom Wattenscheider Widerstand wegen einer angeblichen Beleidigung festgenommen wurde. Der Demonstrationszug wurde sofort gestoppt und wir verlangten die Freilassung unseres Kameraden, leider ohne Erfolg. Darum erklärte der Veranstalter die Veranstaltung für beendet, jeder konnte nun seinen eigenen Weg gehen. Die Auflagen wurden damit nichtig. Die Polizei drängte uns jedoch zügig zum Bahnhof, auf diesem Weg wurde dann der Veranstalter von der Polizei festgenommen, wegen (angeblicher) Nichteinhaltung der Auflagen. Genaueres ist noch unklar. Am Bahnhof angekommen mussten wir dann die Heimreise antreten, aber wir können der Stadt Hagen jetzt schon versprechen:

    „Wir kommen wieder! Und dies war nicht das letzte mal in diesem Jahr!“


    BERICHT: Demonstration am 03.06.2003 in Hagen (Westfalen)
    Freie Radikale Kräfte Dortmund, 03.06.03

    Heute demonstrierten ca. 100 Kameraden bezüglich des Besuches von Paul Spiegel, dem Zentralratsvorsitzenden der Superauserwählten, in Hagen (Westfalen). Der Nachfolger von Ignatz Bubis referierte in Hagen über das Thema: „Rassismus in Deutschland“. Die örtlichen nationalen Strukturen hielten es für angebracht, Herrn Spiegel zu zeigen, dass bevor er einen Vortrag unter jenem Motto hält,er sich erstmal an seine eigene Nase fassen sollte. Deshalb lautete das Motto unserer Demonstration „Der Rassismus ist ein Meister aus Israel“.

    Unter großem Andrang der Medien, marschierten wir vom Bahnhof Oberhagen durch die von Ausländern besetzten Viertel. Von der örtlichen Antifa schafften es gerade mal drei bis vier jämmerliche Gestalten bis zu unserem Demonstrationszug. Neben diesen, begleiteten uns eine Gruppe von ca. 30 Türken, von denen die meisten gerade einmal aus dem Grundschulalter heraus waren. Dennoch waren diese die lautstärkste Gruppe der Gegendemonstranten. Zu erwähnen ist noch, dass diese pubertierenden Türken nicht einmal wussten, worum es bei unserer Demonstration eigentlich ging. Ihr lächerliches „Nazis raus“ Geschreie, war das einzige was man „wirklich“ als Protest hätte verstehen können. Der Widerstand der Antifa, insbesondere der antideutschen Israel-Vasallen war nicht vorhanden. Hier zeigt sich sehr deutlich, wie sehr die antifaschistische Demomobilisierung abgenommen hat. In einer Seitenstraße konnte man zwar ca. 20 Antifaschisten erblicken, jedoch waren diese mindestens 100 m vom Aufmarsch entfernt.

    In den Redebeiträgen wurde auf die aggressive Unterdrückung des palästinensischen Volkes und die Weltmachtsstellung von Israel eingegangen. Leider wurde einer der beiden Redner nach unserer Zwischenkundgebung von den Bullen verhaftet, da er die Parole „Israel – Internationale Völkermordzentrale“ durch den Lautsprecher von sich gab. Dies geschah zum Entsetzen aller Demonstrationsteilnehmer, weil schon vorher die Parolen „Juden raus aus Palästina“, „Zionisten – Mörder und Faschisten“ und „Zionisten, Mörder und Rassisten“ durch das Mikro gerufen wurden.
    Nach der Verhaftung des Kameraden löste der Versammlungsleiter die Demonstration auf.

    Auf dem Rückweg zum Bahnhof wurde der Versammlungsleiter aus unbekannten Gründen ebenfalls festgenommen. Durch dieses Verhalten hat die Hagener Polizei bewiesen, dass es notwendig ist, das der Nationale Widerstand in Hagen noch weitere Demonstrationen anmeldet.

    Der Rassismus ist ein Meister aus Israel!
    Stoppt die staatlichen Repressionen gegen Nationalisten!
    Hagen, wir kommen wieder!!!


    Bilder

    Bilder der Hagener Antifa-Demo
    Dienstag, 03.06.03

    kurz vor Beginn der Demo
    kurz vor Beginn der Demo

    in der Fussgaengerzone
    in der Fußgängerzone

    Richtung Naziaufmarsch
    Richtung Naziaufmarsch

    Absperrung 100 m weiter die Route der Nazis
    Absperrung 100 m weiter die Route der Nazis

    vor der Absperrung
    vor der Absperrung

    vor der Absperrung
    die stalinistische MLPD war leider auch da und forderte mal wieder Verbote durch den starken Staat...


    Berichte aus bürgerlichen Medien

    Verbände und Parteien haben auf die Ankündigung einer rechten Demonstration morgen in Oberhagen reagiert.
    Radio Hagen, 02.06.03

    Verbände und Parteien haben auf die Ankündigung einer rechten Demonstration morgen in Oberhagen reagiert. Eine "Initiative für die Anerkennung des Staates Palästina" will den Besuch von Paul Spiegel in Hagen für eine antiisraelische Kundgebung nutzen. Die Hagener SPD fordert dazu auf, die Spiegelveranstaltung im historischen Zentrum und im Tor 2 zu besuchen. Die Grünen wollen sich dem Aufruf zu einer Gegenkundgebung anschließen. Die findet ebenfalls morgen abend auf dem Johanniskirchplatz statt. Die Polizei will mit einem Aufgebot von 700 Einsatzkräften präsent sein.


    Lesung mit Paul Spiegel
    Terminhinweis

    Möglich wird die Lesung durch eine großzügige Spende des Vereins Pro Stadtgeschichte Hagen. Der Unkostenbeitrag zur Lesung beträgt 3,- Euro. Karten können ab Donnerstag, 15. Mai, im Stadtmuseum Hagen in Historischen Centrum an der Museumskasse erworben werden. Das Stadtmuseum ist dienstags bis sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr und donnerstags bis 20.00 Uhr geöffnet. Eine telefonische Vorbestellung der Karten ist nicht möglich.


    Bericht Radio Hagen
    Radio Hagen, 01.06.03 zum geplanten Naziaufmarsch

    Es sieht danach aus, dass Hagen einmal mehr zum Ort eines rechten Aufmarsches wird: Für Dienstagabend hat ein gewisser Maik M. aus Lüdenscheid kurzfristig einen Aufzug und Kundgebungen angemeldet - die Aktionen sollen unter dem Motto : "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel" stehen. Ein Polizeisprecher erklärte heute im Radio-Hagen-Gespräch, dass Maik M. als Anhänger der rechten Szene bereits polizeibekannt sei. Maik M. hat auch schon eine Route für den Aufmarsch am Dienstagabend eingereicht: Die wird zur Zeit noch geprüft. Morgen möchten sich die Beamten mit Maik M. zu einem Gespräch im Polizeipräsidium treffen, um mit ihm noch einige Detailfragen abzuklären. Danach ist eine Pressekonferenz angesetzt. Die Vorbereitungen der Hagener Polizei auf den Aufmarsch sind bereits im Gange, fest steht auf jeden Fall, dass die Rechten zwischen 20 und 24 Uhr marschieren wollen.


    Hagen droht erneut "rechter Aufmarsch"
    WR Hagen, 02.06.03

    Hagen. (jh) Wenn morgen Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, ab 19 Uhr im Tor 2 liest, droht vor der Tür ein Aufmarsch von "Angehörigen der rechten Szene", wie die Polizei sie nennt.

    Ob dieser für den Dienstagabend von 20 bis 24 Uhr angekündigte "rechte Aufzug" stattfinden darf, entscheidet sich heute. Der Aufmarsch soll unter dem "perversen Motto ,Der Rassismus ist ein Meister aus Israel´ stattfinden´. Damit sollen Paul Spiegel und mit ihm alle Juden in Deutschland Ziel einer antisemitischen, volksverhetzenden Kampagne werden", so die Hagener SPD, die Polizeipräsidentin Steinhauer und Oberbürgermeister Horn dazu auffordert, diesen Aufmarsch zu verhindern und appelliert, Zivilcourage zu zeigen und zur Lesung ins Tor 2 zu kommen. "Ich hoffe, dass möglichst viele Leute kommen", sagt Beate Hobein, Leiterin des Stadtmuseums, das die Lesung im Rahmen der Ausstellung "Rassismus in Deutschland" veranstaltet. Karten gibt es auch heute im Museum, Eilper Straße 71-75.

    Sollte der Nazi-Aufmarsch nicht verhindert werden, rufen die Hagener Antifaschisten (Antifa) zur Gegendemo ab 18 Uhr am Oberhagener Bahnhof auf.


    Paul Spiegel in Hagen
    WDR Regionalstudio Östliches Ruhrgebiet, 02.06.03

    Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland liest am Dienstagabend im „Tor 2“ aus seinen Erinnerungen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Rassismus in Deutschland“ im Historischen Zentrum Hagen statt. Spiegel ist deren Schirmherr. Die Hagener SPD ruft zum Besuch der Lesung als Akt der Zivilcourage auf, da Rechtsextreme gleichzeitig eine Demonstration im Stadtteil Eilpe angemeldet haben. Antifaschistische Gruppen haben eine Gegendemonstration angekündigt.


    700 Polizisten sorgen heute für Sicherheit
    WP Hagen, 03.06.03

    Hagen. (tob) 700 Polizisten aus Hagen, Bochum und Dortmund werden heute in Eilpe, Delstern und Oberhagen für Sicherheit sorgen. Grund sind zwei Demonstrationen, die von rechts- bzw. linksextremen Gruppen angemeldet wurden. Auslöser scheint ein Besuch des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, zu sein. Spiegel wird nach einem Empfang beim Oberbürgermeister heute ab 19 Uhr im Tor 2 aus seinem Buch "Wieder zu Hause? Erinnerungen" lesen.

    Ende der vergangenen Woche habe, so berichtete gestern Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer, ein Lüdenscheider, der der rechtsextremen Szene zuzuordnen sei, eine Demonstration angemeldet. Thema: "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel." Aufmarschweg zwischen 18.30 und 21.30 Uhr: Bahnhof Oberhagen - Frankfurter - Eilper - Bredde- und Jägerstraße.

    Beinah zeitgleich (18 bis 21 Uhr) wurde für die Antifa eine Kundgebung an der Johanniskirche angemeldet. Auch dort werden etwa 80 Teilnehmer erwartet. Geplant sind Reden und Handzettel.

    Die Polizei reagiert mit Absperrungen und Kontrollstellen in den genannten Bereichen. "In erster Linie werden wir die Sicherheit von Herrn Spiegel und der Veranstaltung im Tor 2 sicherstellen", unterstrich gestern Hagens ranghöchster Uniformierter, Hans-Werner Kuhleber. Daher wurden die Aufzugstrecken und die Demonstrationszeiten eingeschränkt. In den Bereichen Oberhagen/Krähnocken werde es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Auch der öffentliche Personennahverkehr wird betroffen sein.

    Während Anwohner an den Kontrollstellen passieren können, werden die Besucher der Spiegel-Lesung gebeten, aus Richtung Eilpe, also über die B 54 anzureisen. Fahrzeuge können auf dem Parkplatz am Eilper Einkaufszentrum abgestellt werden. Kuhleber: "Außerdem wird es direkt am Tor 2 Kontrollmaßnahmen geben, um mögliche Störer herauszufiltern." Polizeipräsidentin Steinhauer ergänzt: "Wir werden das Versammlungsrecht gewährleisten, aber gegen Gewalttäter konsequent einschreiten."

    Für weitere Fragen hat die Polizei in Hagen ein Bürgertelefon Tel: 9861500 geschaltet.


    Aufmarsch von Rechten "unerträglich"
    WR Hagen, 03.06.03

    Hagen. Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, wird heute Abend zum Thema Rassismus im Tor 2 sprechen. Nur wenige Meter entfernt dürfen Rechtsradikale aufmarschieren, ihr Gedankengut verbreiten. "Das ist geradezu unerträglich, das hätte man anders lösen können", sagt Hagens SPD-Bundestagsabgeordneter Rene´ Röspel.

    Hagens Polizeipräsidentin, Ursula Steinhauer, sah "keine Chance", die kurzfristig Ende letzter Woche beantragte Demonstration von Rechtsradikalen in unmittelbarer zeitlicher und örtlicher Nähe zur Veranstaltung mit Paul Spiegel zu verhindern. Teile Oberhagens werden deshalb heute Abend hermetisch abgeriegelt. Rund 700 Beamte aus Hagen, Dortmund und Bochum sollen für Sicherheit und Ruhe sorgen. Die Polizeipräsidentin ist sicher, dass dies gelingt. Klar sei, "dass es ein ereignisreicher Tag wird." Neben der Lesung mit Paul Spiegel von 19 bis etwa 21 Uhr im Tor 2 findet von 19.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr der "Aufzug" der Rechten vom Oberhagener Bahnhof aus bis zur Breddestraße statt. Dort, in etwa "150 bis 200 Meter Entfernung zum Tor 2" (Polizei) sollen die Rechtsradikalen eine Zwischenkundgebung abhalten dürfen, ehe sie durch die Jägerstraße wieder zurück zum Oberhagener Bahnhof gehen sollen. Ursprünglich wollten die Rechtsradikalen bis zum Tor 2 aufmarschieren, dies verhinderte die Polizeiführung gestern in einem sogenannten Kooperationsgespräch. Ebenso wie die Gegen-Kundgebung der Antifa Hagen an gleicher Stelle, die nun statt in Oberhagen von 18-21 Uhr auf dem Johanniskirchplatz stattfinden wird.

    Die Polizei wird heute Abend von 19 bis 22 Uhr den Bereich Oberhagen ab der Schulstraße/Hochstraße und Dödterstraße/Frankfurter Straße sowie die Luisenstraße und die Zuwege zur Franzstraße sperren und hat ein Bürgertelefon eingerichtet (Tel: 986-1500). Anwohner können über die Selbecker Straße/Krähnockenstraße oder die Buntebachstraße vom Bismarckturm aus nach Hause gelangen. Der Busverkehr wird in der Sperrzeit im Bereich Oberhagen und Krähnocken eingestellt. Besucher der Lesung können über die B 54, Volmetalstraße, Volmeabstieg und Selbecker Straße bis zum Parkplatz am Eilper Einkaufszentrum fahren.

    Dass es zu diesem Ausnahmezustand wegen der Nazidemo kommt, löste Empörung aus. "Wir empfinden es als unerträglich, dass die Nazis einen Vortrag von Paul Spiegel im Rahmen der Aussstellung ,Rassismus in Deutschland´ als Vorwand nehmen, ihre rechten Parolen anzubringen", erklärte Hedwig Schürmann (DGB).

    Paul Spiegel, Überlebender des Holocaust, wird heute nach Hagen kommen und muss um sich herum hunder-te Uniformierte sehen, weil es nach deutschem Recht nicht zu verhindern sei, erklärten Staatsanwaltschaft und die Polizeipräsidentin.


    Heute abend wollen zahlreiche Hagener ein Zeichen gegen den Neonaziaufmarsch in Oberhagen setzen und an der Gegendemonstration teilnehmen.
    Radio Hagen, 03.06.03

    Heute abend wollen zahlreiche Hagener ein Zeichen gegen den Neonaziaufmarsch in Oberhagen setzen und an der Gegendemonstration teilnehmen. Stattfinden wird die ab 18 Uhr auf dem Platz an der Johanniskirche. Wie viele Menschen dort erwartet werden, kann die Polizei noch nicht genau sagen. Wegen des Neonaziaufmarsches kommt es besonders rund um das TOR 2 und um die Frankfurterstraße zu Verkehrsbehinderungen. Die Krähnockenstraße in Oberhagen ist nicht passierbar - sie sollte eigentlich eine Ausweichroute sein, doch ist wegen der Regenfälle nicht zu befahren. Die neue Ausweichroute führt über Kurfürsten- und Riegestraße durch die Franzstraße. Wer zu den Veranstaltungen mit Paul Spiegel möchte, der kann über die Volmetalstraße fahren und die Ausfahrt Eilpe/Selbecke nehmen. Den Besuchern steht in Eilpe der Parkplatz des Kaufparks zur Verfügung.


    Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland wird in einer halben Stunde im Historischen Zentrum empfangen.
    Radio Hagen, 03.06.03

    Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland wird in einer halben Stunde im Historischen Zentrum empfangen. Anschließend hält Spiegel eine Lesung im Tor 2. Spiegel berichtet aus seinem Leben und aus seinen Erfahrungen als Überlebender des Holocaust. Zeitgleich findet in Oberhagen ein Aufmarsch einer rechtsgerichteten Initiative statt. Zur Stunde bereiten sich rund 700 Polizisten darauf vor, die Veranstaltungen ohne Störungen ablaufen zu lassen. Die Eilper Straße aus Richtung Stadt wird kurz vor dem Tor 2 abgesperrt. Durchgangsverkehr sollte Oberhagen weeiträumig umfahren. Am Johanniskrichplatz findet eine Gegendemonstration der Antifa statt. Nach den Angaben der Organisatoren sollen die Demonstrationen bis spätestens 22:00 Uhr bendet sein.


    Großeinsatz der Polizei bei Demos in Oberhagen
    WP Hagen, 04.06.03

    Polizeisperre auf der Frankfurter Straße in Oberhagen: 700 Polizisten sorgten für Sicherheit und verhinderten ein Aufeinandertreffen von rechten und linken Demonstranten.

    Hagen. (JS) Ausnahmezustand gestern Abend in Oberhagen und auf dem Johanniskirchplatz. Rund 50 Angehörige der rechten Szene marschierten vom Bahnhof Oberhagen aus durch den Stadtteil. Zu einer Gegenkundgebung am Rande der Innenstadt hatte die linke Gruppierung Antifa aufgerufen. Rund 150 Demonstranten beteiligten sich. 700 Polizisten - aus Bochum, Dortmund und dem Hochsauerlandkreis waren Kräfte zusammengezogen worden - sorgten dafür, dass die Veranstaltung mit Paul Spiegel im Tor 2 nicht gestört wurde und dass die Demonstrations-Züge nicht aufeinandertrafen. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Innenstadt, über Eilpe und über Oberhagen.

    Gegen 19.45 Uhr setzten sich die Rechtsradikalen angeführt von einem VW-Bulli mit Megaphon in Bewegung. Sie skandierten Parolen und zogen über die Frankfurter Straße, Eilper Straße, Breddestraße und Jägerstraße zurück zum Bahnhof Oberhagen. Begleitet wurde der Marsch von lauten "Nazis raus"-Rufen.

    Während der Demonstration wurde ein Teilnehmer von der Polizei festgenommen. Der Veranstalter, Mike M. aus Lüdenscheid, erklärte daraufhin die Demonstration für beendet. Anschließend skandierte der Mann, der die Veranstaltung unter dem Motto "Der Rassismus ist ein Meister aus Israel" angemeldet hatte, lautstark eine Parole, die ihm während des Umzuges verboten worden war. Daraufhin wurde er ebenfalls in Gewahrsam genommen. Die übrigen Teilnehmer wurden am Bahnhof Oberhagen des Platzes verwiesen und fuhren ab.

    Teilnehmer der Kundgebung auf dem Johanniskirchplatz - Motto: "Gegen Antisemitismus und Antizionismus" - zogen auch durch die Fußgängerzone. Vereinzelte Autonome versuchten immer wieder, nach Oberhagen zu gelangen. Sie wurden an den Polizeisperren zurückgehalten. Rund 100 Teilnehmer formierten sich zu einem spontanen Zug in Richtung Frankfurter Straße. Gegen 19.40 Uhr endete die Demonstration.

    Während der Kundgebungen und der Aufzüge kam es zu Verkehrsbehinderungen.


    Bitterer Beigeschmack bei Spiegel-Besuch
    WP Hagen, 04.06.03

    Paul Spiegel trug sich gestern ins Goldene Buch der Stadt Hagen ein. Rechts im Bild Oberbürgermeister Wilfried Horn.

    Hagen. "Bis 1945 hat die deutsche Polizei uns abgeführt, heute schützt sie uns." Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden, wirkte niedergeschlagen. "Die Demo der Neonazis ist gezielt gegen mich gerichtet - so ´was muss man erstmal verarbeiten." Trotzdem habe er keine Sekunde lang seinen Besuch in Hagen in Frage gestellt.

    Paul Spiegel, westfälischer Journalist, jüdischer Verbandsfunktionär und seit drei Jahren Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hatte gestern ein straffes Programm zu absolvieren. Nachmittags kam er zum WP-Redaktionsgespräch ins Pressehaus, danach trug er sich beim Empfang im Stadtmuseum ins Goldene Buch der Stadt ein, und anschließend lockte er 250 Lesungs-Interessierte in die Eilper Kulturstätte Tor 2.

    Auf allen drei Veranstaltunge ging der in Warendorf geborene zweifache Fmailienvater auf die traurigen Begleitumstände seines Besuchs der Volmestadt ein. Schließlich fand zeitgleich zur Lesung eine Neonazi-Demonstration in Oberhagen statt. Linke Gruppierungen hatten daraufhin zur Gegen-Demo auf dem Johanniskirchplatz aufgerufen.

    Erst einen Tag zuvor habe er von der "unsinnigen Aktion", die den Einsatz von 700 Polizisten zur Folge habe, erfahren. Trotzdem müsse eine Demokratie solche Demonstrationen zulassen - "so was müssen wir ertragen". Nicht einen Moment lang habe er gezögert, nach Hagen zu kommen, "obwohl - es ist heute kein angenehmes Gefühl, durch die Stadt zu fahren. Und die Lesung hier - die mittlerweile 40. bundesweit - ist für mich keine normale Lesung."

    Der Ignatz-Bubis-Nachfolger und Betreiber einer Künstleragentur, der sich als kritischer Mahner sieht, las im Eilper Tor 2 aus seinem aktuellen Buch "Wieder zu Hause? Erinnerungen". Und rund 250 Besucher - unter ihnen Regierungspräsidentin Renate Drewke, Vertreter der Stadtspitze und aus Kultur und Wirtschaft - lauschten gebannt dem 65-Jährigen, der über seine Kindheit in Belgien und über das Holocaust-Trauma sprach.

    Am Rande erzählte Spiegel, dass er nicht ans Kürzertreten denke. Der patente Westfale schmunzelnd: "Da halte ich´s mit Udo Jürgens - ,Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an . . .´" Und Spiegel verriet seinen sehnlichsten Wunsch: "Dass irgendwann jüdische Personen und Einrichtungen nicht mehr besonders geschützt werden müssen."

    Oberbürgermeister Wilfried Horn, der den obersten Repräsentanten der jüdischen Bevölkerung herzlich begrüßte, betonte: "Rechtsradikalismus hat in unserer Stadt keinen Platz. Wir werden uns auch diesmal wieder gegen den Spuk von rechts wehren."



    Ausnahmezustand in Hagen
    WDR Studio Dortmund, Nachrichten für das Östliche Ruhrgebiet, 03.06.03

    Am Freitagabend muss in den Stadtteilen Eilpe und Oberhagen mit erheblichen Behinderungen gerechnet werden. Grund ist eine Demonstration von Rechtsextremen am Bahnhof Oberhagen. Sie wollen gegen eine Lesung von Paul Spiegel, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, protestieren. Er liest am Abend im "Tor 2" aus seinen Erinnerungen. Spiegel ist der Schirmherr der Ausstellung "Rassismus in Deutschland" im Historischen Zentrum Hagen. Gegen den Aufmarsch der Rechtsradikalen demonstrieren linke Gruppen an der Johanniskirche. Die Polizei hat am Freitagabend 700 Beamte im Einsatz. Die Hagener SPD ruft zum Besuch der Lesung als Akt der Zivilcourage auf.


    "Juden raus" ohne Echo
    WR Hagen, 04.06.03

    Nur bis auf Sichtweite kamen die rechten Marschierer an das "Tor 2" heran. An der Jägerstraße wurde der Zug abgefangen.

    Hagen. (joe.) Mit zwei Festnahmen endete die Demonstration einer kleinen rechtsextremen Gruppe gestern Abend in Oberhagen. Ihr Anführer Mike Müller sowie ein weiterer Parolen-Rufer wurden dem Gewahrsam der Polizei auf der Hoheleye zugeführt.

    "Internationale Völkermordzentrale Israel" hatte der eine skandiert und der andere "Hier marschiert der nationale Widerstand". Die erste Parole wurde von der Polizei als Verdacht einer Straftat angesehen, die zweite war den Teilnehmern zuvor verboten worden.

    Gekommen waren die etwa 60 überwiegend jungen Rechtsextremisten aus dem gesamten Region, um in Hagen gegen den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, zu demonstrieren, der - so der Anführer - nach Hagen gekommen sei, um über Rassismus zu sprechen. Und da waren sich die Teilnehmer einig: "Der Rassismus ein Meister aus Israel." Ihre "Juden raus"-Rufe mit dem Nachsatz "aus Palästina" blieben ohne Echo.

    Als Treffpunkt war den Rechtsextremisten der Platz vor dem Oberhagener Bahnhof zugewiesen worden, in dessen Bereich viele ausländische Mitbürger wohnen, die das Treiben argwöhnisch verfolgten. Zu Auseinandersetzungen kam es dank des souveränen Einsatzes der 700 eingesetzten Polizeibeamten nicht.

    Bevor sich gegen 19.30 Uhr die Kolonne in Marsch setzte, hatten sich bereits vor 18 Uhr rund 150 Gegendemonstranten an der Johanneskirche zusammengefunden. Israel-Fahnen und das Spruchband "Gegen Antisemitismus und Faschismus - Solidarität mit Israel" machten die Einstellung einiger Teilnehmer deutlich. Paul Michalowicz betonte, dass die Spirale der Gewalt mit der Ermordung von 6 Millionen Juden durch Nazi-Deutschland begonnen habe, Israel deshalb aber nicht das Recht habe, die Palästinenser willkürlich zu behandeln. Es gelte, den Fundamentalisten beider Seiten das Handwerk zu legen. Dazu gehöre es, sich quer zu stellen gegen die Nazi-Aufmärsche - und auch gegen Nazis, die immer noch stolz auf jene Zeit seien, wie ein SS-Divisionsschild an einer Haustür in Wehringhausen gezeigt habe.


    "Es war richtig, zu bleiben"
    WR Hagen, 04.06.03

    Im Tor 2 stellte sich Paul Spiegel den Fragen von WR-Redakteur Jens Helmecke und denen des Publikums.

    Hagen. (Froh) Das Beste kommt in der Regel zum Schluss. Würde man das auch von Paul Spiegels Lesung im Tor 2 behaupten, täte man dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland sicherlich Unrecht. Spiegel hatte die Lacher trotzdem auf seiner Seite, als er zum Abschluss seinen Lieblingswitz erzählte.

    Während draußen Neonazis marschierten, besuchte Spiegel die Ausstellung "Rassismus in Deutschland", deren Schirmherr er ist, und trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Zahlreiche Hagener bewiesen anschließend in der Kulturstätte an der Eilper Straße, dass sie mit Fremdenhass und Antisemitismus nichts am Hut haben. Allen voran OB Wilfried Horn, der Paul Spiegel aufs Herzlichste in Hagen willkommen hieß, sie für den braunen Mob entschuldigte und Spiegel als einen Menschen lobte, der seit jeher für ein offenes und tolerantes Miteinander einsteht.

    Was passiert, wenn dieses Miteinander verloren geht, beschreiben Spiegels Memoiren "Wieder zu Hause? Erinnerungen" nur zu deutlich. "Ich begreife es bis heute nicht, wie Menschen so etwas tun können", erinnerte sich Spiegel an die Verschleppung seiner Schwester Rosi. Eindringlich beschrieb er die Zeit des Bangens in einem dunklen Kellerloch, verlas aber auch seine Erinnerungen an die Befreiung durch die Amerikaner. "Mit sieben Jahren bemerkte ich zum ersten Mal, dass es weder Makel ist noch Gefahr bedeutet, ein Jude zu sein."

    In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum sah sich Spiegel vor allem mit der aktuellen politischen Lage in Israel konfrontiert, wusste darauf aber zu kontern: "Ich bin nicht mit allen Entscheidungen der israelischen Regierung einverstanden." Doch gebe es keine Alternative zum Friedensprozess im Nahen Osten.

    Und Deutschland? "Wir sind auch nach den Gräueltaten der Nazis hier geblieben in dem Vertrauen, dass es richtig war, hier zu bleiben", machte der 65-Jährige deutlich. Er äußerte nur einen Wunsch: "Ich würde mich freuen, wenn in absehbarer Zeit jemand bei mir anruft, um mir zu sagen, dass der Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland nicht mehr nötig ist."


    "Mehr Wissen über Judentum nötig" Zentralratspräsident für christlich-jüdischen Dialog
    WP Hagen, 04.06.03

    Hagen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat einen intensiven christlich-jüdischen Dialog gefordert.

    Ein solcher Dialog sei nötig, um das Verhältnis zueinander zu entkrampfen. "Wir müssen normaler, lockerer miteinander umgehen", sagte Spiegel gestern bei einem Besuch unserer Zeitung. Er habe am vergangenen Wochenende mit großer Faszination auf dem ökumenischen Kirchentag in Berlin erlebt, wie wichtig es sei, miteinander zu reden.

    "Wir reden noch viel zu sehr übereinander", sagte Spiegel. In Deutschland herrsche nach wie vor großes Nichtwissen über das Judentum und den Holocaust. Zu einem großen Teil liege dies darin begründet, dass bisher keine richtige didaktische Form und kein richtiges Maß gefunden worden seien, um darüber zu informieren. Besonders in Schulbüchern sei dies als großer Mangel festzustellen.

    Dass 700 Polizisten seine Sicherheit gewährleisten mussten, weil parallel zu seinem Besuch in Hagen eine Demonstration Rechtsradikaler stattfand, war für Spiegel "in dieser Form neu". Solches lasse sich aber ertragen, "wenn die Mehrheit der Bevölkerung klar gegen den Rechtsradikalismus steht". Bei der Bundestagswahl 2002 habe die Bevölkerung ein solches Bekenntnis eindrucksvoll abgelegt, sagte Spiegel.

    Zum Nahost-Friedensprozess meinte der Präsident des Zentralrats, er setze trotz gewisser Zweifel große Hoffnung auf den palästinensischen Regierungschef Abbas. Israel wolle Frieden, "aber es muss ein Frieden in Sicherheit sein - für beide Seiten".


    Spiegel: Die große Mehrheit steht zu mir
    Zentralratspräsident der Juden beklagt Anstieg rechtsextremer Übergriffe

    WP Hagen, 04.06.03

    Hagen. Seine Sicherheitsbeamten sind immer bei Paul Spiegel. Sie schützen den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland auf Schritt und Tritt. Einmal ganz sicher sein zu können, dass niemand ihn mehr beschützen muss - "das wünsche ich mir von Herzen".

    Paul Spiegel (65) ist zum Redaktionsbesuch bei der Westfalenpost zu Gast. Er atmet durch. An diesem drückend heißen Dienstagabend ist in Hagen der Schutz für Spiegel besonders massiv. 700 Polizisten sorgen für seine Sicherheit bei einer Lesung aus seinem Buch "Wieder zu Hause?". Der Grund: Rechtsextreme demonstrieren in der Stadt. "Eine unselige Aktion", findet der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. "Wenn diesen Demonstranten das System in Deutschland nicht passt, dann sollen sie gehen - wir Juden werden nicht aus Deutschland fortgehen!"

    Linksextreme veranstalten den Gegenprotest. Es sei das erste Mal, so Spiegel, dass seine Lesung von derartigen Aktionen begleitet werde. "Das", so sagt der Westfale sehr leise und konzentriert in den Gesprächskreis der Redaktion, "muss man erst verarbeiten, das hätte ich mir nicht träumen lassen". Wie hält er das aus? "Das kann ich nur ertragen, weil ich der festen Überzeugung bin: Die große Mehrheit der Deutschen steht zu mir." Auch Hagen wehrt sich gegen den Protest der Rechtsextremen - ein Zeichen dafür: Spiegels Lesung erfreut sich besonders regen Zuspruchs.

    Spiegel ruht in sich, strahlt Zuversicht aus und lächelt. Beim Redaktionsgespräch berichtet er, er schreibe ein neues Buch. Im Oktober wird es erscheinen. Es soll den Titel tragen: "Was ist koscher?" Spiegel: "Wo sind unsere gemeinsamen Schnittstellen?" Davon will er erzählen. Im Plauderton, wie der gebürtige Warendorfer es mag. Spiegel, der seit vielen Jahren in Düsseldorf eine Konzertagentur betreibt, schreibt das Buch für all jene, die mehr über die Juden erfahren wollen.

    Spiegel beklagt: Noch immer wissen viel zu viele junge Menschen zu wenig über die Juden und über die Schrecken des Holocausts. Deshalb fordert der NRW-Staatspreisträger 2002: bessere Aufklärung in den Schulen. "Ja, auch Fortbildungsseminare für Lehrer."

    Spiegel warnt: Die Zahl rechtsextremer Straftaten sei in Deutschland gestiegen. Spiegel kritisiert: "Den Aufstand der Anständigen hat es bislang nicht gegeben." Etwa im Fall des "Provinzpolitikers aus Münster", wie Spiegel Jürgen W. Möllemann nennt. Bittere Erinnerungen hat er an Möllemanns "Flugblattaktion" im Bundestagswahlkampf 2002, an Möllemanns Attacken gegen die israelische Regierung. Schlimm war das alles für Spiegel. Doch der Rückhalt, den er in diesen schweren Wochen durch seine beiden Stellvertreter im Zentralratsvorsitz, Friedman und Knobloch, erfahren habe, "ist mir noch heute in wohltuender Erinnerung".

    Wo er kann, weist Spiegel hin auf die positiven Signale, die es für jüdische Mitbürger in Deutschland zu verzeichnen gibt. Etwa auf den Staatsvertrag, der zwischen Bundesregierung und Zentralrat der Juden geschlossen wurde. Spiegel, gefragter Podiumsgast beim ökumenischen Kirchentag in Berlin, möchte verstärkt eintreten für den christlich-jüdischen Dialog. Einmal pro Jahr will er künftig ein Forum organisieren. Weil: "Wir reden zu viel übereinander, statt miteinander."


    Extreme Rechte:
    Neue deutsche Lyrik

    Martin Seto
    Jungle World # 25, 11.06.03

    In Hagen demonstrierten Neonazis gegen einen Vortrag Paul Spiegels. Ihr Motto lautete: »Der Rassismus ist ein Meister aus Israel.«...

    Unter solchen Vorzeichen habe ich noch nie eine Lesung halten müssen,« sagte Paul Spiegel am Dienstag voriger Woche zu Beginn einer Veranstaltung in Hagen, zu der ihn das dortige Stadtmuseum eingeladen hatte. Es sei »bedrückend«, erklärte der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, wenn man am Tag zuvor erfahre, dass einen so etwas erwarte.

    Denn während Spiegel im Rahmen der Ausstellung »Rassismus in Deutschland« vor 250 Zuhörern aus seiner Autobiographie »Wieder zu Hause? Erinnerungen« vorlas, marschierten draußen zeitweilig in nur 200 Meter Entfernung 60 Neonazis unter dem Motto: »Der Rassismus ist ein Meister aus Israel.«

    Dabei stellt nicht nur der Umstand, dass Neonazis direkt gegen eine solche Veranstaltung mit Paul Spiegel demonstrieren wollten, ein Novum dar, sondern auch die Tatsache, dass eine derartige Provokation behördlich genehmigt wurde. Der Slogan der Nazis bezieht sich auf das Gedicht »Todesfuge« von Paul Celan, in dem es heißt: »Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.«

    Der Lokalpresse sagte Hagens Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer, sie habe »keine Chance« gesehen, der kurzfristig beantragten Nazi-Demonstration die Genehmigung zu verweigern. So marschierten die überwiegend dem militanten Kameradschaftsspektrum angehörenden Nazis unbehelligt durch den Stadtteil Oberhagen, der von 700 Polizeibeamten fast vollständig abgeriegelt war. Nur ein gutes Dutzend Antifaschistinnen und Antifaschisten gelangte über Umwege in den nur für Anwohner zugänglichen Bereich und begleitete den antisemitischen Aufzug lautstark.

    Die Nazis führten Palästinafahnen mit sich und skandierten Parolen: »Juden raus – aus Palästina« und »Internationale Völkermordzentra Israel«. Während die erstgenannte Parole nach Angaben der Hagener Polizei »nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hagen« keine rechtliche Handhabe bot, wurde wegen der zweiten ein JN-Kader aus Bochum, Claus Cremer, festgenommen.

    Es habe der Verdacht auf eine Straftat vorgelegen, lautete der Kommentar der Polizei. Außerdem wurde der Anmelder selbst in Gewahrsam genommen, weil er nach dem Ende des Aufmarsches die verbotene Parole gerufen hatte: »Hier marschiert der nationale Widerstand.«

    Als Anmelder zeichnete Maik Müller aus Lüdenscheid verantwortlich, der dem Nationalen Widerstand Hagen-Lüdenscheid zuzurechnen ist und bereits im November 2001 gemeinsam mit Christian Worch einen Naziaufmarsch in Hagen organisierte. Damals zogen 150 Alt- und Neonazis durch Hagen-Wehringhausen unter dem Motto: »Völkische Gemeinschaft statt Überwachungsstaat.« Müller wurde im April 2002 wegen Volksverhetzung verurteilt, weil er gemeinsam mit Dortmunder Gesinnungsgenossen rassistische Parolen grölend durch den Dortmunder Norden gezogen war.

    In Dortmund agiert vor allem Siegfried Borchardts »Völkisch orientierte Gemeinschaft«, die auch zum Protest gegen Paul Spiegel nach Hagen aufgerufen hatte. Anlässlich eines Besuches des israelischen Botschafters, Shimon Stein, in Dortmund hatte die Gruppe um Borchardt bereits am 24. März dieses Jahres mit 70 Kameraden gegen Israel demonstriert. Die Nazis zeigten ein Transparent mit der Aufschrift »Kein Blut für Israöl« und riefen: »Hoch die internationale Solidarität«. Der Aufmarsch in Hagen scheint einer Strategie der Kameradschaftsszene zu folgen, mithilfe antiisraelischer Propaganda den Angriff auf Repräsentanten dessen, was ihnen als jüdisch gilt, zu verstärken.

    Ein Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde in Hagen zeigte sich nach dem Aufmarsch gegenüber der Jungle World resigniert: »Ich weiß nicht, weshalb die Nazis demonstrieren durften. Es ist traurig, dass solche Leute gegen Amerika, Israel und die Juden auf die Straße gehen. Wir waren vor der Nazidemonstration sehr nervös und sind es auch heute noch.«

    Die gleichzeitig stattfindende antifaschistische Gegendemonstration in der Hagener Innenstadt war gering besucht. In dieser Hinsicht stellt das Geschehen einen Tiefpunkt dar: Selten hat es in einer westdeutschen Großstadt auf einen mehrere Tage zuvor angekündigten Naziaufmarsch eine derartig schwache antifaschistische Reaktion gegeben.

    Offensichtlich führt die häufig anzutreffende Gleichgültigkeit mancher linker Gruppen gegenüber dem Antizionismus eigener Bündnispartner, zuletzt vor allem aus der Friedens- und Antikriegsbewegung, zur Unfähigkeit, den antiisraelischen Nazidemonstrationen entgegenzutreten. Nicht zufällig beteiligten sich Linke im vergangenen Jahr an einer propalästinensischen Demonstration in Berlin, auf der schon einmal das zitierte Wort Paul Celans gegen Israel gewendet wurde. »Der Tod ist ein Meister aus Israel«, hieß es damals (Jungle World, 17/02). Nach Hagen jedenfalls kamen nur einige antideutsch gesinnte und lokale Antifa-Initiativen und ein paar weitere linke Gruppen. So bekundete ein Häuflein von nur 120 Personen seinen Protest gegen Antisemitismus und Antizionismus. Auf der Auftaktkundgebung verwiesen einige Hagener Linke in einem Redebeitrag darauf, dass »die Hetze gegen den Staat Israel nichts anderes als die territoriale Form des Antisemitismus darstellt, dessen in Deutschland zur Zeit einzig mögliche Ausdrucksform«.

    Immerhin bekannte auch die dem Umfeld der antiimperialistischen Red Community/NRW entstammende Antifa Hagen in ihrem Beitrag angesichts des Naziaufmarsches ihre Solidarität mit Israel - im Gegensatz zu einem großen Teil der nordrhein-westfälischen Antifaszene, die durch Abwesenheit glänzte. Ein Vertreter der Antifa Duisburg kritisierte das mangelnde Engagement als eine politische Bankrotterklärung. »Wenigstens weiß die Antifa jetzt, dass es Zeit ist für einen politischen Neuanfang«, sagte er.