Blog Image

Schwarze Katze

Anarchistische Lebensmittelhilfe

libertär, Nutzwert, Soziales Posted on 16/08/2020 10:47

Anarchistische Lebensmittelhilfe
Soziales Zentrum Bochum, 14.08.20

In Bochum gründet sich eine Anarchistische Lebensmittelhilfe und ruft zu einem ersten Treffen auf: »Die Pandemie und die damit einhergehende „Wirtschaftkrise“, macht zahlreiche Arme noch ärmer und bringt andere in die Armut. Auch die bereits bestehende Ordnung nimmt Vielen die notwendigen Ressourcen, um ein anständiges Leben zuführen. Sich weiter auf die Versorgung durch Staat und Unternehmen zu verlassen, ist eine naive Träumerei, es ist an der Zeit, die (Lebensmittel-) Versorgung in Bochum selbst zu organisieren.

Gründungstreffen

Unsere Idee ist es, Spenden einzusammeln, davon (vegane) Lebensmittel zu kaufen und diese anschließend an Menschen, die sie benötigen, zu verteilen. Während der Pandemie ist unser Vorschlage dies in Form von Lieferungen an die Haustür oder andere Lebensorte zu machen, danach vielleicht über eine zentrale Verteilstelle. Am Donnerstag, den 27.08.2020 um 19.00 Uhr wollen wir uns mit allen Menschen treffen, die sich an diesem Projekt beteiligen wollen. Treffpunkt ist neben dem Eingang der Stadtbücherei (Gustav-Heinemann-Platz 2-6) wo wir überdacht, aber draußen sitzen können. Mit dieser Ortswahl möchten wir mögliche Ansteckungen mit dem Virus verhindern. Beim Treffen wollen wir auf Abstand achten und wir bitte alle, denen es möglich ist, Maske zu tragen. Wer bequemer sitzen will, kann sich gerne ein Sitzkissen mitbringen.

Unterstützung – Spendenkonto gesucht

Da wir auf Spendengelder angewiesen sind, suchen wir als allererstes einen Initiative/Gruppe/Verein, die uns ein Spendenkonto zur Verfügung stellt. Ansonsten wird es schwierig genug Spenden für den Einkauf zu bekommen. Einen eigenen Verein für das Konto zu gründen und ein Konto einzurichten würde mehrere Monate dauern. Falls ihr uns ein Konto zur Verfügung stellen könnt, kontaktiert uns bitte per Mail an: alhbo(at)riseup.net. Wir werden alle Ausgaben (Einkäufe) belegen können und euch die Belege zur Verfügung stellen. Die Spenden werden ausschließlich für Lebensmittel verwendet (und falls von einzelnen Spender*innen gewünscht für Infomaterial) Mögliche Kontoführungsgebühren übernehmen wir selbstverständlich. Wenn ihr vorab Geld spenden möchte, bringt es bitte zum Gründungstreffen mit. Außerdem könnt ihr uns gerne kontaktieren, falls ihr größere Mengen frischer oder haltbarer Lebensmittel zur Verfügung stellen könnt.

Warum wir ein anarchistisches Projekt sein wollen

Wir wollen ausdrücklich ein anarchistisches Projekt sein, weil wir uns gegen jede Form von Herrschaft und Unterdrückung richten wollen. Anarchie ist griechisch und bedeutet ohne Herrschaft, Anarchismus ist also eine Bewegung mit dem Ziel jede Herrschaft abzuschaffen. Falls ihr noch nie mit Anarchismus in Berührung gekommen seid, könnt ihr hier ein kleines Einführungsvideo sehen. Wichtig ist für uns außerdem, dass unser Projekt im Konsens und/oder durch autonome Aufteilung entscheiden soll und nicht nach Mehrheitsprinzip, um zu verhindern das Minderheiten unterdrückt werden. Alles weitere (außer den anarchistischen Grundkonsens) entscheiden wir beim Gründungstreffen dann gemeinsam. Hinzukommt, dass wir sowohl gegen Sozialstaat als auch Sozialhilfe sind (näheres dazu im nächsten Abschnitt). Wir wollen miteinander eine andere Welt aufbauen, nicht Almosen verteilen und würden uns freuen, wenn sich auch Menschen an dem Projekt beteiligen, die auf gegenseitige Hilfe angewiesen sind. Auch wir sind nicht wohlhabend und sind wirtschaftlich auf Selbstorganisation angewiesen. Selbstverständlich müsst ihr keine Anarchist*innen sein, um mitzumachen, nur mit unseren Werten und Zielen kein Problem haben.

Die Krise werden – gegen Sozialstaat und Sozialhilfe

Der Staat hat durch seine Schaffung von Eigentum, vor allem am Boden, und der damit einhergehenden Enteignung der ländlichen Bevölkerung, erst die Bedingungen geschaffen, die Millionen zu Lohnabhängigen machten und ihnen die Mittel genommen sich selbst und ihre Gemeinschaften mit Nahrung zu versorgen. Heute verwaltet der Staat Armut, enteignet weiterhin die Ärmeren (z.B. im Rheinland für RWE) und seine Polizei unterdrückt alle, die sich nicht an diese Ordnung halten. Manche glauben trotzdem an den sogenannten Sozialstaat, doch alle seine „Absicherungen“ sind angeeignet: Arbeiter*innen, Handwerk*innen, Bäuer*innen haben sich schon immer selbstorganisiert und gegenseitig abgesichert. Hauptzweck des Sozialstaates war und bleibt die Verhinderung von Aufständen, die Staat und Kapitalismus zerstören könnten und damit den Ursachen von Armut ein Ende setzen würden. Der Sozialstaat entwürdigt außerdem die Menschen und kontrolliert sie permanent. Anträge auszufüllen, um zu überleben, macht Menschen zu Verwaltungsobjekten, nicht zu selbstbestimmten Wesen. Viele der Ressourcen, die sozialstaatliche Almosen möglich machen, kommen zudem auf der kolonialen Ausbeutung eines Großteils der Weltbevölkerung. Menschen zu unterstützen muss für uns immer heißen, den Widerstand gegen das bestehende System voranzutreiben, deshalb wollen wir neben Lebensmittel auch inhaltliches Material, mit weitergehenden (revolutionären) Perspektiven verbreiten und eventuell auch Flyer für Veranstaltungen beilegen. Außerdem verstehen wir unser Projekt als einen (kleinen) Bausteinen lokaler und weltweiter anti-autoritärer und anarchistischer Bewegungen, nicht als vereinzelte Form der Sozialhilfe. Außerstaatliche Sozialhilfe wie z.B. die Tafeln setzt die bestehende Ordnung fort und stabilisieren sie teilweise indem sie Menschen Almosen geben aber die Abhängigkeit von Unternehmen und Stadt oder reichen Spender*innen weiterführen. Es fehlt die weitergehende Perspektive, nämlich Macht und Ressourcen so dezentral zu verteilen, dass niemand andere in die Armut zwingen kann. Und bei Organisationen wie der Tafel müssen Menschen ihre Bedürftigkeit nachweisen (wie bei Ämtern) bzw. müssen teils noch Gebühren zahlen, um Unterstützung zu bekommen. Beides soll es bei uns nicht geben. Abschließend ist es uns wichtig, dass Arme nicht nur die Reste unsere Gesellschaft bekommen (wie z.B. beim Foodsharing*), sondern die gleichen Produkte wie Reichere.

Wie geht es weiter?

Nach dem Gründungstreffen werden wir auf unserem Blog weitere Informationen veröffentlichen. Wir wollen dann möglichst schnell mit der ersten Lebensmittellieferung beginnen. Falls ihr später mit machen wollt, könnt ihr uns jederzeit per Mail an alhbo(((at)))riseup.net ereichen. Auf in eine Gesellschaft/Gesellschaften ohne Hunger, Armut und Herrschaft!«

*Das trotzdem ein sinnvolles Projekt ist.

Blog der Anarchistischen Lebensmittelhilfe: https://alhbo.blackblogs.org/



Leiharbeit-Broschüre der FAU Kaiserlautern

Anarcho-Syndikalismus, Soziales Posted on 20/07/2019 5:31

Die Leiharbeitsbranche boomt: Im Jahresdurchschnitt von Juli 2017 bis Juni 2018 waren gut eine Million LeiharbeiterInnen gemeldet. LeiharbeiterInnen haben unsichere Jobs, schlechtere Arbeitsbedingungen und werden dafür bei gleicher Arbeit schlechter bezahlt. Nicht grundlos halten viele Leiharbeit für „moderne Sklaverei“.

Die Gewerkschaft FAU Kaiserslautern hat unter dem Titel „Gleiche Arbeit – Gleicher Lohn! Informationen zu Leiharbeit in Deutschland“ eine Broschüre erstellt. Diese steht hier zum Download bereit: https://kaiserslautern.fau.org/wp-content/uploads/sites/28/2019/05/Brosch%C3%BCre-Gleiche-Arbeit-Gleicher-Lohn-min.pdf



Ich will mein Geld!

Soziales Posted on 13/04/2019 2:46

Die Sektion Medien der FAU Berlin hat eine Broschüre herausgegeben. Titel: „Ich will mein Geld! Ein Ratgeber für alle, die auf ihr Honorar warten“. Darum geht es:

Der Job ist fertig, abgeschickt, erledigt. Alles wunderbar, fehlt nur noch die Bezahlung. Jetzt heißt es: Warten. Und warten. Noch ein bisschen warten. Irgendwann hast du das Gefühl, dass es nun lange genug gedauert hat. Diese Broschüre der FAU Berlin beschreibt einige Möglichkeiten, um den Auftraggeber / die Auftraggeberin dazu zu bringen, das ausstehende Honorar zu bezahlen, und wir warnen vor Fehlern, die es dabei zu vermeiden gilt.

Download der Broschüre (PDF, 1 MB)



Streikrechtsbroschüre: How to fire your boss

Anarcho-Syndikalismus, Soziales Posted on 21/02/2019 18:06

Die Streikrechtsbroschüre der IWW im deutschsprachigen Raum (Industrial Workers of the World im deutschsprachigen Raum [GLAMROC] [German Language Area Membership Regional Organizing Committee]) ist endlich rechtlich geprüft, layoutet und will angewendet werden!

Download Streikrechtsbroschüre:
https://share.riseup.net/#JWSfZaF3wgBOMUeRj2LKfQ



DieISERLOHNER besuchen die Obere Mühle

Sauerland, Soziales Posted on 30/03/2018 7:24

DieISERLOHNER besuchten die Obere Mühle und führten Interviews durch. Mittlerweile hat die Stadt Iserlohn eingelenkt und es gibt nach einem Treffen mit der Stadt einen Monat Zeit die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Die Mieter müssen also vorerst nicht raus.
https://streamable.com/s/08j8w/vhecom

Video von DieISERLOHNER zur Oberen Mühle, Do., 29.03.18
Dieses Video verlinken: http://schwarze.katze.dk/#post563

DieISERLOHNER schreiben am 29.03.18 dazu folgendes:

Liebe ISERLOHNER,
die ehemalige Fabrik Kissing & Möllmann war in den letzten Tagen in aller Munde.

So war den Medien zu entnehmen, dass die Stadt Iserlohn die Menschen, die teilweise seit 32 Jahren dort eine Wohnung, eine Heimat, gefunden haben, vor die Tür setzen wollte, weil es für die Fabrik keine Genehmigung zur Wohnraumnutzung gäbe und zusätzlich sei der Brandschutz problematisch.

Wir haben uns zu diesem Thema bereits Anfang der Woche geäußert und unser Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht.
Damit möglichst viele ISERLOHNER nachvollziehen können, warum uns dieser formale Akt der Stadt so getroffen hat, möchten wir euch in diesem kurzen Film gerne einige Bewohner und ihre Wohnungen vorstellen und ihnen einen Einblick geben, welches Kleinod sich dort am Rand unserer Stadt gebildet hat.

Wir sind sicher, wenn Sie diesen Film gesehen haben, sind sie, genau so wie wir, davon überzeugt, dass dieser soziale Kiez mit all seinen Eigenarten unbedingt in dieser Form erhalten werden muss.
Die Menschen haben dort eben nicht nur eine Wohnung gefunden, sondern auch Heimat und Gemeinschaft! Etwas, was gerade für die Menschen, die eh schon nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft leben, unbezahlbar ist.

Und auch wenn inzwischen erste Schritte gemacht sind und die Stadt, nicht zuletzt auch durch den Druck den wir gemeinsam mit den Betroffenen aufgebaut haben, eingesehen hat, dass man wieder in den Dialog eintreten und gemeinsam Lösungen finden muss, liegt noch ein weiter Weg vor uns.

Bitte unterstützen sie uns und die Mieter indem sie dieses Video teilen, weitere Aktionen unterstützen und vielleicht sogar den ein oder anderen Euro Spenden.

Spendenkonto – DE37445500450018635631 – Stichwort „Rettung“

Herzlichen Dank
DieISERLOHNER

Nach der Einigung mit der Stadt schrieben DieISERLOHNER ebenfalls am 29.03.18 noch folgenden Zusatz:

Wir haben eine gute Nachricht! Die Stadt Iserlohn hat den Gesprächsfaden endlich wieder aufgenommen und die Beteiligten können nun gemeinsam nach Lösungen suchen, anstatt unbeteiligte, nämlich die Mieter, vor die Tür zu setzen.

DieISERLOHNER sagen ausdrücklich Danke! Danke an alle, die sich in dieser kritischen Phase FÜR die Mieter und FÜR diesen sozialen Kiez engagiert haben! Danke aber auch an die Stadt Iserlohn, die jetzt den Weg für eine Deeskalation und die Suche nach Lösungen frei gemacht hat.

Kleine Randbemerkung:
Bei den Gesprächen mit am Tisch saß auch unser Vorstandsmitglied Michael Petereit, als Berater des Eigentümers Jörg Rodegra.

Die Stadt Iserlohn schreibt folgendes dazu:

Obere Mühle 28: Weg zur Einigung gefunden
Presseerklärung der Stadt Iserlohn, 29.03.18

Nach einem Gespräch, das am gestrigen Mittwoch auf gemeinschaftliche Initiative der Arbeiterwohlfahrt, der Diakonie, der Caritas und des Verwaltungsvorstandes der Stadt Iserlohn unter Beteiligung des Eigentümers der Immobilie Obere Mühle 28 im Rathaus stattgefunden hat, ist der Weg geebnet worden für eine vorerst einvernehmliche Lösung der komplexen Problemlage rund um die Wohnnutzung innerhalb des ehemaligen Fabrikkomplexes.

Nach dem sachlichen und zielgerichteten Austausch der Argumente, der auch die besondere Problemlage der Mieter zum Gegenstand hatte, ist vereinbart worden, dass der Eigentümer Jörg Rene Rodegra innerhalb einer Frist von vier Wochen überarbeitete Bauantragsunterlagen bei der Verwaltung einreichen wird. Auf der Basis dieser Antragsunterlagen wird die Verwaltung dann umgehend prüfen, ob die von Herrn Rodegra beantragte Wohnnutzung in dem Gebäudekomplex genehmigt werden kann.

Parallel hierzu wird der Eigentümer der Immobilie einen Brandschutzsachverständigen beauftragen, kurzfristig eine Begehung des Objektes durchzuführen. Ziel dieser Begehung ist die Erstellung eines brandschutztechnischen Maßnahmenkataloges, mit dessen umgehender Umsetzung – noch vor einer möglichen Genehmigung des Bauantrags – eine Übergangslösung geschaffen werden kann, damit die Mieter in der Immobilie verbleiben können und ihre Sicherheit gewährleistet ist.

Im Gegenzug hat sich die Verwaltung dazu bereit erklärt, dass das bereits eingeleitete ordnungsbehördliche Anhörungsverfahren zunächst ausgesetzt wird, um Eigentümer Rodegra den beschriebenen Weg zu eröffnen, eine Genehmigung zu erreichen. Hierüber wird die Stadt alle Betroffenen der Anhörung schriftlich informieren.

Das Gespräch im Rathaus war getragen von gegenseitigem Respekt und Akzeptanz, verbunden mit dem Ziel, die bestmögliche Lösung für das gemeinschaftliche Zusammenleben in der Stadt und für die Bewohnerinnen und Bewohner speziell zu erzielen in dem Bewusstsein, dass ein Teil von ihnen aus sozialarbeiterischer Sicht dringend auf eine wohnortnahe Betreuung und Versorgung angewiesen ist.

An dem Gesprächstermin nahmen Immobilien-Eigentümer Jörg Rene Rodegra, sein Berater Michael Petereit, der Einrichtungsleiter der Werkstatt im Hinterhof Achim Rabenschlag und der Betriebsleiter Suchthilfe Markus Stremmel-Thoran (beide Vertreter Arbeiterwohlfahrt), der Beigeordnete Mike-Sebastian Janke (Ressort Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz) und Ressortleiter Jochen Köhnke (Ressort Kultur, Migration und Teilhabe) sowie weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung teil. Die Einladung zum Gespräch erfolgte auf der Basis eines bereits bestehenden intensiven Austausches zwischen Ressortleiter Jochen Köhnke und den örtlichen Trägern der Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt, Caritas und Diakonie).

—-
Notwendige Anmerkung:
Die Schwarze Katze distanziert sich von Sekten und Verschwörungstheorien.
Die Schwarze Katze ist gegen Wohnraumvernichtung und begrüsst, dass die Mieter vorerst bleiben können.
—-



Weiter »