Appell an die Deutsche Öffentlichkeit: In Afrin ist Europa gefallen

APPELL AN DIE DEUTSCHE ÖFFENTLICHKEIT
In Afrin ist Europa gefallen…
Kurdische Gemeinde Deutschland, Presseerklärung 180/1903-2018

Wir wenden uns mit diesem verzweifelten Appell an die Deutsche Öffentlichkeit und richten uns zum ersten Mal nicht mehr an die Bundesregierung. Denn sie lässt seit Jahren bis zum heutigen Tag all unsere Aufrufe im Hinblick auf ihre Türkei- und Kurdenpolitik unbeantwortet. Unsere letzte Hoffnung ist nunmehr allein die demokratische Öffentlichkeit in Deutschland.

Wir sind Zeitzeugen eines Ereignisses, das alles was man uns, die wir in Mitteleuropa aufgewachsen sind, über die Gutartigkeit von Staatengemeinschaften wie NATO, EU und UN in Frage stellt. Ein multipler Völkerrechtsbruch, der aufgrund der bloßen, formalen NATO-Mitgliedschaft des Aggressors niemals geahndet werden wird.

Es ist nicht das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass sich so etwas ereignet. Noch nie zuvor jedoch wurde es in der öffentlichen Wahrnehmung so offensichtlich, und noch nie zuvor vermochte die verzerrende, offizielle Darstellung einer Bundesregierung so wenig gegen das Zutagefördern der tatsächlichen Verhältnisse anzukommen.

Die EU-Hilfen, die die Türkei im Rahmen des sogenannten „Flüchtlingsabkommens“ erhält (die aktuelle Marge beträgt 3 Milliarden Euro), sind ein Blutgeld. Erdogan produziert derzeit die Flüchtlinge selbst, für deren „Abhalten“ er sich von der EU bezahlen lässt. Das ist das „Geschäftsmodell“ eines Verbrechers.

Es ist keine Ironie, ein Großteil von der Türkei vertriebenen Menschen finden aktuell bei Assad Zuflucht. Das ist konzeptlose Natopolitik in Syrien.

Wir müssen Druck auf unsere Politiker ausüben, Öffentlichkeit erzeugen. Wir müssen unmissverständlich klar machen, dass wir keine Kollaboration bei Völker- und Menschenrechtsbrüchen, Angriffsskriegen mit Hilfe von Djihadisten und Islamisten, Waffenlieferungen oder Geldzahlungen dorthin unterstützen, kein Schweigen, Nichtstun oder gar Mitmachen tolerieren.

Es ist unsere Pflicht als Bürger dieses Landes, denn wir fühlen uns dem Grundgesetz, den Menschenrechten und dem Völkerrecht verbunden. Es ist unsere historische Verantwortung als Bürger dieses Landes, dass wir keine Angriffskriege, Vertreibungen, Unterdrückung und Ermordung von Minderheiten unter unserem Mittun mehr zulassen dürfen.

Wir müssen jetzt unsere Politiker, unsere Parteien, unsere Medien konfrontieren. Die Kombatanten Erdogans, das sind die gleichen Verbrecher aus dem Ungeist des Dijadismus und Islamismus, die uns in unseren Diskotheken in die Luft sprengen, die jüdische Einrichtungen in Paris angreifen, die Terror in den Städten Europas verüben. Sie wollen Gottesstaaten errichten, die Scharia einführen.

Diese und Erdogans Truppen, sie vertreiben jetzt die, die ohnehin schon in eine der letzten friedlichen Regionen Syriens geflohen waren. Sie bringen jetzt die um, die Jesiden, Christen und Millionen als einzige gegen die Barbaren des IS schützen konnten und geschützt haben.

Man muss dafür übrigens noch nicht einmal politisch sein. Ein wenig Anstand reicht da schon, um sich diesen Verbrechen jetzt entgegenzustellen. Ein Anstand, den unsere Regierungen offensichtlich bereits verloren haben.

In Afrin ist die Menschlichkeit und ein Demokratieprojekt, die Gleichberechtigung von Frauen und das friedliche Zusammenleben der Kulturen und Religionen in Blut getränkt worden. In Afrin ist Europa gefallen.

Ali Ertan Toprak
Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland

Aufruf zur Anarchistischen 1. Mai Demo Dortmund 2018

Lohnarbeit ist eine Zumutung!
Auch wenn wir gegenüber unseren Vorgesetzten und Kolleg*innen meist betonen müssen, dass wir zu unserem Job stehen und wie sehr er zu unserer „Selbstverwirklichung“ beiträgt – insgeheim ist uns allen klar, dass arbeiten gehen unter den herrschenden Bedingungen eine Zumutung ist. Arbeit ruiniert unsere Bandscheiben und unsere Nerven; sie treibt uns in Burnout und Depression. Dennoch ist unser ganzes Leben auf die Arbeit ausgerichtet. Wir müssen unsere Interessen, Hobbys, sogar unsere Kindererziehung, unsere sozialen Beziehungen, die Fürsorge für Angehörige hinten anstellen. Und das heißt noch lange nicht, dass wir dann wenigstens genug zum Leben hätten: Wie viele Menschen haben zwei oder mehr Jobs und kommen kaum über die Runden? Wer nicht arbeiten kann oder will wird vom Jobcenter sanktioniert, vom sozialen Umfeld abgewertet und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Diejenigen unter uns, die sich für ihre Berufe entschieden haben, um „Menschen zu helfen“ oder „etwas Sinnvolles“ zu tun, mussten bald feststellen, dass die betreffenden Institutionen ganz anderen Zwecken dienen und dass sich ihre menschlichen Absichten oftmals nur gegen diese verwirklichen lassen. So möchten beispielsweise Sozialarbeiter*innen eigentlich Menschen dabei unterstützen, ein selbstverantwortliches Leben zu führen, werden aber gezwungen, die ihnen Anvertrauten für den Arbeitsmarkt verwertbar zu machen.
Das dies alles so ist, liegt weder am Zufall noch am miesen Charakter unserer Arbeitgeber*innen, sondern schlicht daran, dass in der bestehenden Gesellschaft der Zweck der Produktion die Erwirtschaftung von Profit ist und nicht die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Die staatlichen Institutionen stehen dabei nicht im Gegensatz zur gewinnorientierten Privatwirtschaft; sie sind alle auf die eine oder andere Art damit betraut, den Unternehmen ein günstiges Umfeld für ihre Geschäfte zu schaffen oder zu erhalten.

DGB-Gewerkschaften und Parteien werden uns nicht retten!
Der erste Mai ist vor allem ein Tag der Selbstbeweihräucherung der DGB-Gewerkschaften geworden, an dem Bratwurstessen und langweilige Festreden Tradition haben. Von solchen „Interessenvertreter*innen“ haben wir nichts zu erwarten! Alle ein bis zwei Jahre handeln sie eine magere Lohnerhöhung heraus, die kaum die Inflationsrate deckt und sie feilschen um eine Altersvorsorge, die gerade mal so hoch wie der Hartz4-Satz ist. Bei ihren Streiks und Protestaktionen ist für uns lediglich die Rolle von Statist*innen vorgesehen, die brav das machen, was ihnen von irgendwelchen Funktionär*innen gesagt wird. Die wesentliche Aufgabe der reformistischen Gewerkschaften besteht darin, die Wut der Lohnabhängigen zu kanalisieren und sie von selbstständigen und möglicherweise unkontrollierbaren Handlungen abzuhalten. Nicht zufällig demonstrieren sie zusammen mit der Polizei, die anderntags unsere Genoss*innen verprügelt, wenn sie den Faschisten den Weg versperren. Die DGB-Gewerkschaften sichern als treue Partner*innen des Kapitals den „sozialen Frieden“ am Standort Deutschland, den die Unternehmen brauchen, um auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein.
Auch auf linke Parteien sollten wir keine Hoffnung setzen. Was immer sie auch in ihren „fortschrittlichen“ Programmen versprechen (meist ohnehin nicht viel!), sie erwarten von uns, dass wir in der Passivität und Vereinzelung der Wähler*innen verbleiben, sodass ihre Politik von vornherein auf das Gegenteil von Freiheit hinausläuft.

Den Kampf selbst in die Hand nehmen!
Der einzige Weg aus der Misere besteht darin, dass wir auf alle Stellvertreter*innen pfeifen und uns selbst, zusammen mit anderen Lohnabhängigen, für unsere Interessen einsetzen. Wir müssen uns mit Menschen aus anderen Ländern verbünden und Kämpfe gemeinsam führen, anstatt uns gemäß der Logik der Standorte gegeneinander ausspielen zu lassen.
Das von der Menschheit angehäufte Wissen und ihre technischen Hilfsmittel haben ein Niveau erreicht, welches längst für alle Menschen weltweit ein gutes Leben ermöglichen würde. Dafür müssten jedoch die Produktionsmittel den Händen der Eigentümer*innen entrissen und gründlich umgestaltet werden, sodass sie endlich menschlichen Zwecken dienen können. Dieser Plan ist ohne einen radikalen Bruch mit der kapitalistischen Eigentumsordnung und den diese beschützenden Staatsapparaten nicht zu verwirklichen.

Die revolutionäre Arbeiter*innenbewegung hatte sich einst dieses Ziel gesetzt. Bei all ihren Fehlern und trotz ihrer vernichtenden Niederlagen steht sie für den Traum einer von Zwang und Ausbeutung befreiten Menschheit. Der 1. Mai war ihr internationaler Kampf- und Feiertag. Darum wollen auch wir an diesem Tag auf die Straße gehen und die Idee einer herrschaftsfreien Gesellschaft propagieren. Heute existiert eine Bewegung, die sich diesem Ziel verpflichtet sieht, allenfalls in winzigen und unzulänglichen Keimformen. Es erscheint uns daher angemessen, an die Tradition unserer Schwestern und Brüder aus einer anderen Zeit anzuknüpfen, auch wenn wir wissen, dass ein neuer Anlauf der Befreiung langfristig neue Formen und seine eigene Poesie entwickeln muss, um erfolgreich zu sein.

Wir laden alle herzlich ein, unseren Kampf mit zu führen, gemeinsam zu streiken und solidarisch zu streiten, zu besetzen, zu sabotieren und zu kollektivieren und uns gegenseitig zu helfen. Dann werden wir irgendwie, irgendwo, irgendwann eine Gesellschaft erreichen in der wir ohne Angst und Zwang Leben, Lieben und lernen können.

Heraus zum 1.Mai in Dortmund!
Demo: 1. Mai 2018, 18.00 Uhr – Sonnenplatz, Nähe Möllerbrücke.
Infos zur Demo: https://1maidortmund.noblogs.org/

Selbstverteidigungs-Seminar

Selbstverteidigungs-Seminar
Schwarze Katze, 08.03.18

Selbstverteidigungs-Seminar
Die Schwarze Katze bietet ein Selbstverteidigungs-Seminar an. Darin geht es darum, sich gegen gewalttätige Psychopathen, aus der Forensik ausgebrochene oder irrtümlich entlassene geisteskranke Gewalttäter, paranoide Wahnhafte, Islamisten, Nazis, religiöse Fanatiker, Räuber, Kriminelle, Einbrecher, sexistische Angrabscher, Messerstecher und Stalinisten verteidigen zu können, falls diese vorher angreifen. Täter aus den erwähnten Personengruppen dürfen nicht am Wochenendseminar teilnehmen.

Themen vom Wochenendseminar
– Was gibt es für Selbstverteidigungstechniken? Einführung in die Thematik und praktische Anwendungen.
– rechtliche Lage bei Selbstverteidigung gegen Angriffe im Rahmen der Notwehr
– legale Waffen: Was ist erlaubt?
– Wie weit darf ich bei der Verteidigung gehen? Was ist strafbar?
– Wie gehe ich mit legalen Waffen um?
– Wie kann ich mich ohne Waffen nur mit meiner Körperkraft gegen Angriffe verteidigen?
– Ablauf eines gewaltsamen Übergriffs
– Taktische Gesichtspunkte der Selbstverteidigung wenn Angreifer Waffen einsetzt
– Taktische Gesichtspunkte der Selbstverteidigung wenn der Angreifer keine Waffen einsetzt
– Wesentliche Techniken zur Abwehr von Angriffen
– Wie kann ich einen Angreifer schnell ausser Gefecht setzen?
– Wie werde ich körperlich fitter? Rolle von Ernährung, Bewegung, Sport und Training.
– Schwachstellen des Angreifers erkennen
– Wie bleibe ich nach Gewaltsituationen psychisch stabil?

praktische Übungen
Wir haben zwei Selbstverteidigungs-Expert/innen gewinnen können, die mit uns praktische Übungen durchführen. Eine der praktischen Übungen wird sein, wie man sich gegen einen Messerangriff verteidigen kann. Daneben gibt es einen Vortrag über die rechtliche Lage und einen Vortrag über Möglichkeiten sich zu verteidigen. Alles mit praktischen Übungen. Neben Vorträgen und praktischen Übungen bekommen die Teilnehmer/innen schriftliches Material und es werden Lehrfilme über Verteidigungstechniken gezeigt. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung.
genaue Daten
Seminarort: Sauerland (genauer Ort nach Bezahlung des Teilnahmebeitrags)
Termin vom Wochenendseminar: 23.-25.03.18 und 30.03.-01.04.18
Inklusive Übernachtung, Essen und Trinken

Kostenbeitrag

– Solibeitrag für Gutverdienende: 100 Euro.
– Normalbeitrag für normal Verdienende: 80 Euro
– Sozialbeitrag für Geringverdiener (z.B. Hartz IV): 40 Euro
– Nullbeitrag für Nichtverdiener (z.B. Jugendliche ohne Einkommen): 0 Euro.

Beitragsreduzierung möglich
Wer einkommensmässig unter dem Hartz IV Satz liegt, kann auf Antrag auch kostenfrei teilnehmen. Dieser Nullbeitrag ist auf 5 Plätze begrenzt. Sozialbeitrag ist ebenfalls auf 5 Personen begrenzt. Falls es mehr Solibeitrage von Gutverdienenden gibt, wird die Anzahl der reduzierten Beiträge erhöht.

Beginn und Ende

Beginn ist jeweils am Freitag um 18 Uhr. Wer Freitag früher kommen möchte, wir sind schon ab 16 Uhr da. Ende ist am jeweils Sonntag um 20 Uhr. Höchstteilnehmerzahl: 20. Den genauen Seminarort erhalten nur die TeilnehmerInnen, damit wir ohne Störungen arbeiten können. Wir haben ein Haus mit genügend Betten, sanitären Einrichtungen und Duschen.

Ohne Mampf kein Kampf
Zum Frühstück gibt es von der Brotaufstrichkooperative Schwarze Katze Sojamilch / Nussmilch, Müsli, Bio-Vollkornbrötchen und Marmelade. Alles selbstgemacht. Keine Fertigprodukte! Für Mittag- und Abendessen gibt es vegane Vollwert Menüs. Essen und trinken ist komplett bio und vegan. Es ist genug für alle da!

ohne Handy, Smartphone und Alkohol
Während des Seminars werden Handy oder Smartphone eingesammelt und jeweils abends zurückgegeben, damit keine Störungen von aussen auftreten und konzentriert gearbeitet werden kann. Alkoholkonsum ist während des Wochenendes unerwünscht. Nichtteilnahme trotz vorheriger Anmeldung verpflichtet zur Zahlung des Kostenbeitrags. Der Teilnahmebeitrag ist bar zu bezahlen. Im Preis enthalten sind schriftliche Infos über Selbstverteidigung mit praktischen Übungen.

was mitbringen?
Mitzubringen sind Turnschuhe, Sportbekleidung, Handtuch, Schlafanzug und bei Jugendlichen das schriftliche Einverständnis der Eltern. Einverständnisformular gibt es auf Anfrage. Während des Seminars finden gemeinsame Übungen im Wald statt, um körperlich fit zu bleiben und sich gegen Angreifer im Rahmen des Notwehrrechts zu verteidigen. Bei Seminar-Anmeldungen wird es Vortreffen mit denjenigen geben, die wir noch nicht persönlich kennen, unter anderem damit Kenntnisstand und Interessenschwerpunkte geklärt werden können. Beim Seminar wird es einen Schwarze Katze Stand mit für die Teilnehmer/innen kostenfreien Infoschriften zu Selbstverteidigung, Krisenvorsorge, Selbststabilisierung, gesunder Ernährung, Religionskritik und anderen Themen geben.